1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Mäusekot in der Küche: 5400 Euro Strafe für Chef

Düsseldorf : Mäusekot in der Küche: 5400 Euro Strafe für Chef

Weil städtische Prüfer in seinem Lokal am Rand der Düsseldorfer Altstadt im April 2011 Mäusekost in der Küche gefunden hatten und "erhebliche hygienische Mängel", muss ein 56-jähriger Großgastronom 5400 Euro Strafe zahlen. So urteilte gestern das Amtsgericht und reduzierte die zunächst verhängte Strafe von 7200 Euro. Immerhin war der Gastwirt nach 25 Jahren erstmals aufgefallen.

Ausgerechnet im ersten Auslandsurlaub seit Jahren, den sich der Großgastronom damals gönnte, war es im Restaurant zur Eskalation zwischen Stadt-Prüfern und dem damaligen Koch gekommen. Die Prüfer notierten nicht nur gefundenen Mäusekot an diversen Stellen in der Küche, sondern auch "bräunlich verkrustete Beläge" und "gräuliche Ablagerungen". Sie sahen eine akute Gefahr in durch Ungeziefer und Krankheitserregern verunreinigten Lebensmitteln für die Gäste, machten das Lokal dicht.

Der Chef brach den Urlaub ab, entließ den Koch, ordnete eine Generalreinigung an – und öffnete nach eigener Darstellung schon Stunden später wieder, mit amtlichem Segen. "Das war eine Riesensauerei, keine Frage", so gestern sein Anwalt im Prozess wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz. "Aber wir haben in der Altstadt ein Mäuseproblem", ergänzte der Großgastronom. "Wir klagen deshalb schon gegen den Vermieter!"

Dass der Lokal-Chef erstmals aufgefallen war und auch danach stets einen "gut geführten gastronomischen Betrieb" präsentierte, vielfach ausgezeichnet wurde, bezweifelte der Richter nicht. "Aber solche Mängel müssen ernst genommen werden – und der Chef ist nun mal Kapitän auf dem Schiff."

  • Ratingen : Schwere Mängel: Prüfer rüffeln Stadt
  • Top 10 Rheinland : Stadthalle Hitdorf
  • Hochhäuser können die Lebensqualität in der
    Nach zwei Jahren Arbeit : Das ist Düsseldorfs Generalplan für neue Hochhäuser
  • Chef der Polizei Düsseldorf-Mitte : „Die Altstadt lässt sich nicht zusperren wie das Phantasialand“
  • Mattéo (M.) und seine Freunde Felix
    13-Jähriger bringt vermisstes Kind nach Hause : „Ich konnte den Jungen einfach nicht allein lassen“
  • Auf Hitzewelle folgen Unwetter : Ab Samstagnacht ziehen heftige Gewitter über NRW

Die Staatsanwältin betonte: "Wir alle wollen ja in Ruhe essen gehen." Wegen seines bis dahin untadeligen Rufes des Chefs und, weil er die Missstände seinerzeit sofort abgestellt hatte, stimmte auch die Anklägerin gestern einer Reduzierung der Strafe zu. Das Urteil ist rechtskräftig.

(RP)