Immobilien: Luxuswohnungen: Markt ist leergefegt

Immobilien: Luxuswohnungen: Markt ist leergefegt

Wohlhabende suchen Häuser oder Wohnungen der Nobel-Kategorie, aber es gibt kaum noch teure Eigentumswohnungen. Die Preise steigen in wenigen Jahren um ein Vielfaches. An der Wasserstraße entstehen zehn Eigentumswohungen für einen Kaufpreis bis zu 2,5 Millionen Euro.

Selbst Fachleute wundern sich: 2,5 Millionen Euro soll die 300 Quadratmeter große Wohnung an der Wassserstraße in Unterbilk kosten. Einzigartige Räume, die wie Kunstwerke kreiert werden sollen, mitten in der City, den Schwanenteich und das K20 "im Vorgarten". Noch gibt es nur Pläne, auf dem Grundstück stehen noch zwei alte Häuser, die demnächst abgerissen werden.

Einziehen wird man dort erst im nächsten Jahr können. Aber: Die Hälfte der zehn Luxus-Herbergen in Düsseldorfer Top-Lage ist bereits verkauft. Das ist in Düsseldorf keineswegs ein Einzelfall: Luxus-Immobilien in den linksrheinischen Stadtteilen, in Wittlaer, Kaiserswerth oder Zoo, aber auch in den Top-Innenstadtlagen finden sehr schnell neue Eigentümer. Düsseldorf hat genug wohlhabende Käufer - und etliche solvente Geschäftsleute drängen mit einer Wohnungsadresse nach Düsseldorf. "Der Markt für Luxus-Immobilien ist leergefegt", sagt Immobilienmakler Ralf Schmitz.

Das sieht man vor allem an den Preisentwicklungen im Top-Segment: Die Preise für die Spitzen-Angebote sind in den Jahren zwischen 2002 und 2009 um 21 Prozent gestiegen. Insgesamt liegen die Preise derzeit in einfachen Lagen für Häuser zwischen 240 000 und 350 000, und in den Top-Lagen bei 600 000 bis 2,5 Millionen Euro. Eigentumswohnungen kosten im einfachen Umfeld 1100 bis 1800 Euro pro Quadratmeter, in den obersten Kategorien 3000 bis 8000.

Schmitz hat die steigenden Preisentwicklungen bei eigenen Projekten erlebt. Kosteten beispielsweise Eigentumswohnungen mit gehobener Ausstattung an der Lanker Straße vor sechs Jahren etwa 3259 Euro pro Quadratmeter, ist der Preis unaufhörlich gestiegen. In ähnlicher Lage und gleicher Ausstattung an der Mönchenwerthstraße lag der Quadratmeterpreis sechs Jahre später schon bei mehr als 7000 Euro. "Und alle Wohnungen fanden sehr schnell Käufer." Wie bei den zehn Wohnungen an der Wasserstraße: Dort liegt der Quadratmeterpreis sogar bei mehr als 8300 Euro. Immobilienexperten der Stadt (Aengevelt, Jones Lang Lasalle, BNP, Savills, Catella) wissen, dass der Zuzug von Neubürgern das Preisgefüge für Immobilien nachhaltig prägt. Dass die Stadt jährlich 2000 bis 3000 neue Bürger aufnimmt, mache sich auf dem Markt bemerkbar.

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Das erkennt man auch an der Entwicklung bei den Büro-Jobs: In den großen Büro-Metropolen Deutschlands stieg deren Zahl zwischen 2000 und 2008 um vier, in Düsseldorf um sieben Prozent. Dem steht eine nicht ausreichende Zahl von Neubauten gegenüber. Rund 600 neue Geschosswohnungen entstehen hier jährlich - zu wenig für diese Entwicklung, heißt es.

Und vor allem Top-Wohnraum, egal ob Häuser oder Eigentumswohnungen, fehlen auf einem Markt, auf dem viele etliche Führungskräfte oft nur zeitweise adäquate Residenzen suchen. Deshalb suchen alle Makler auch händeringend nach Häusern. Zum Mieten. Viele Unternehmen holen Führungskräfte nach Düsseldorf, aber nur für zwei, drei Jahre. Sie suchen Häuser oder Wohnungen nur für eine bestimmte Zeit.

Ralf Schmitz sorgt sich um genügend Grundstücke in einer begrenzten Stadt. "Die Lage wird sich weiter verschärfen. Die Preise werden weiter steigen", sagt er. Beispiel: zwei exklusive Eigentumswohnungen für jeweils 4,3 Millionen Euro. Vor Baubeginn bereits verkauft.

Hier geht es zur Infostrecke: Immobilien-Atlas für NRW 2010

(RP)
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