Düsseldorf: Luxuswohnheim für Studenten wird nicht gebaut

Düsseldorf : Luxuswohnheim für Studenten wird nicht gebaut

Die Frankfurter Youniq AG, ein bundesweit führender Anbieter von Studentenwohnungen, hat ihre Pläne für den Bau eines Luxuswohnheims in Düsseldorf verworfen.

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte ein Unternehmenssprecher, dass das Unternehmen das Studentenwohnheim in Bilk nun doch nicht bauen werde. Das Projekt werde eingestellt, weil die Verkäuferin vom Grundstückskaufvertrag zurückgetreten sei.

An der Witzelstraße in Bilk und damit in der Nähe der Heinrich-Heine-Universität sollte bis Herbst 2014 ein Wohnheim mit 292 Apartments entstehen. Gut 26 Millionen Euro wollte das Unternehmen Youniq in den Neubau investieren; die Apartments sollten hochwertig, mit Einbauküchen, Echtholzparkettböden und Fußbodenheizung, ausgestattet werden; auch Gemeinschafts- und Sporträume sowie eine Lounge waren geplant.

Ein 22 Quadratmeter großes, möbliertes Apartment sollte monatlich mindestens 495 Euro Miete kosten (zum Vergleich: ein 18 Quadratmeter großes Apartment in den Wohnheimen des Studentenwerks kostet monatlich 295 Euro).

Im vergangenen Sommer hatten die Pläne für das Luxus-Wohnheim in Düsseldorf für Kritik gesorgt. Andreas Rimkus, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, sagte, dass man in der Landeshauptstadt vor allem preisgünstige Wohnungen brauche und nicht "Luxus-Apartments". Auch die Ratsfraktion der Grünen übte Kritik. Antonia Frey, Vorsitzende des Ausschusses für Wohnungswesen und Modernisierung, sagte, dass man sich "etwas anderes, nämlich preisweite Wohnheime für alle" in der Stadt wünsche.

Youniq betreibt zurzeit Wohnheime in neun Städten, darunter München und Frankfurt, und will nach eigenen Angaben pro Jahr 1500 bis 2500 studentische Apartments entwickeln und vermarkten. Das Wohnheim in Düsseldorf sollte das erste in NRW werden.

Doch nicht nur die Pläne für die Landeshauptstadt wurden nun verworfen: Auch in Reutlingen werde das geplante Projekt eingestellt, weil auch dort der Kaufvertrag für das Grundstück "rückabgewickelt" worden sei.

(RP/ila)
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