Lukas Rieger: Instagram-Star trifft Fans in Bowling World Düsseldorf

Instagram-Star Lukas Rieger in Düsseldorf: So himmeln Jugendliche Instagram-Star Lukas Rieger in Düsseldorf an

Lukas Rieger zu Gast bei den Fans in Düsseldorf

Manche nennen ihn den „deutschen Justin Bieber“: Lukas Rieger, Sänger und Instagram-Star, ist der Schwarm mehrerer Millionen Teenager. Am Dienstag war er in Düsseldorf. Unser Video zeigt, wie sehr er von seinen Fans angehimmelt wurde.

Gülay hat zwei Strikes gebowlt. Trotzdem muss die 12-Jährige aus Mörsenbroich weinen. „Ich warte seit drei Jahren auf diesen Tag“, schluchzt sie. Sie meint nicht die zwei Strikes und auch nicht, dass sie dafür ein T-Shirt gewonnen hat. Sie wartet seit drei Jahren darauf, Lukas Rieger zu treffen. Ihn anzufassen. Mit ihm zu reden. Ein Foto mit ihm zu machen.

Seit der 5. Klasse ist Gülay ein Fan des Sängers und Social-Media-Stars. Der heute 19-Jährige wurde 2014 mit der Castingshow „The Voice Kids“ bekannt. Seitdem hat er zwei Alben veröffentlicht und 1,8 Millionen Follower bei Instagram gewonnen. Noch erfolgreicher ist er bei Tik Tok, einer App, die früher Musically hieß und in der Nutzer sekundenlange Videos veröffentlichen, in denen sie zu bekannten Hits tanzen und die Lippen bewegen. Dort hat er 3,4 Millionen Fans.

2018 wollte er touren, verletzte sich aber beim Fußball. Man habe überlegt, was man den Fans als kleine Überbrückung bis zu den Ersatzterminen anbieten könnte, sagt Manager Karsten Fuhrken. Statt einer Autogrammstunde in einem anonymen Hotel-Konferenzsaal habe man etwas Lustiges machen wollen. „Etwas, das Fun macht“, wie es Lukas Rieger ausdrückt. Die Bowling-Bahn-Kette Bowling World bot an, Events bei ihnen zu machen. „Ich wusste ja gar nicht mehr, dass Kids heutzutage überhaupt noch bowlen“, sagt Fuhrken. Tun sie offenbar doch, jedenfalls wenn jemand wie Lukas Rieger einlädt. Es fließe kein Geld, beteuert Fuhrken. Klar habe die Bowlingbahn was von der Präsenz des Stars – aber das Ganze sei keine Kampagne, um Bowling wieder hip zu machen.

Alle 16 Bahnen der Bowling World in Oberbilk gehören an diesem Nachmittag den etwa 100 Mädchen (und wenigen Jungs), die gekommen sind. Um 15 Uhr war Einlass. Lena, Antonella, Ashley, Josy und Jill standen bereits um 10 Uhr morgens vor der Tür. „Wir wollen die ersten sein!“, sagt Josy (16) aus Dorsten. Warum, ist nicht ganz klar, schließlich kommt hier nur rein, wer sich vorher angemeldet hat. Die Mädels müssen eine unterschriebene Einverständniserklärung der Eltern mitbringen, in der steht, dass Fotos und Videoaufnahmen unbegrenzt und in allen Medien verwendet werden dürfen. Josy und ihre Freundinnen waren dann zwischendurch auch noch mal weg, ein bisschen shoppen. Als sie mittags wieder vor die Bowling World kamen, bekamen sie Besuch vom Ordnungsamt. Sie hatten die Schule geschwänzt, ihre Eltern hatten ihnen dafür eine Krankmeldung geschrieben. Die Eltern müssen jetzt ein Bußgeld zahlen. Und ein Mädchen wurde abgeholt, weil sie ihrer toleranten Mutter nicht von einer Mathearbeit erzählt hatte, die am Dienstag angestanden hätte.

Um viertel nach vier kommt er endlich: Lukas Rieger trägt Basecap, ein Kapuzenshirt in Übergröße, enge schwarze Jeans und teuer aussehende weiße Sneaker. Er ist sehr dünn, hat sehr große grüne Augen und eine leise, hohe Stimme.

Die Mädels kreischen verhalten – die Ordner haben ihnen vorher gesagt, dass die Veranstaltung sofort abgebrochen wird, wenn es zu laut wird. Neben dem Bowlingbahnpersonal laufen ein halbes Dutzend Sicherheitsleute hier herum, dazu Damen von der Veranstaltungsagentur und vier Rettungssanitäter. Lukas Rieger hat außerdem Pascal dabei, einen massiv gebauten Bodyguard, den alle Mädchen schon kennen. Team Rieger ist vorsichtig geworden. 2016 musste eine Autogrammstunde in Ulm abgebrochen werden, weil mehrere Fans in Ohnmacht gefallen waren. Der Ansturm war zu groß. Seitdem werden Fan-Treffen nur noch mit strengen Sicherheitsvorkehrungen abgehalten.

Lukas zieht von Bahn zu Bahn. Die Mädchen begrüßen ihn nicht einfach – sie werfen sich in seine Arme, so dass er immer wieder seine Mütze zurechtrücken muss. Er lächelt schüchtern und hält sie fest, bis sie ihn wieder loslassen. „Der perfekte Schwiegersohn“ sei Lukas eigentlich, sagt ein Vater, der seine 14-jährige Tochter begleitet. Er raucht nicht, trinkt nicht und hat keine Tattoos – jedenfalls offiziell. Er sieht gut aus und ist zu jedem höflich. „Wir mögen, wie er mit seinen Fans umgeht“, sagt Josy. „Was er so bei Instagram postet. Dass er Pizza mag und ein bisschen lustig ist.“ Sie nennen ihn: die Salzstange. Weil er dünn und braun ist. Dass er auch Musik macht, spielt für sie eher eine untergeordnete Rolle. Aktuell funktioniert Lukas Rieger nicht als Star, weil er singt und Gitarre spielt, sondern weil er gut aussieht und jedem Mädchen das Gefühl gibt, er würde sie gern haben. Entweder von weitem, indem er träumerische Fotos bei Instagram postet – oder von nahem, indem er sie fest in den Arm nimmt und „Natürlich!“ sagt, wenn sie ihn bitten, etwas zu signieren oder ein Foto mit ihnen zu machen. „Lukas, ich liebe dich!“, ruft Gülays Freundin Nora (11), als er vorbeischlendert. „Ich dich auch“, gibt er sanft zurück. Gülay und Nora kreischen auf.

Am Ende singt Lukas Rieger noch das Lukas-Rieger-Fan-Lied mit seinen Fans. Der Text lautet: „Lukinator, ich liebe euch so hart, ihr gebt mir Liebe von Tag zu Tag, oh oh!“ Lukinator, so nennen sich die Fans untereinander. In seinem Buch „Der Lukas Rieger Code“ beschreibt Rieger, dass er den Song irgendwann mal für seine Fans geschrieben hat. „Ich habe einen Text geschrieben und mich mit der Gitarre selbst begleitet, alles ganz easy eigentlich, ohne großen Aufwand.“ Der Song sei aber „übertrieben durch die Decke“ gegangen, weil er „eine Verbundenheit unter den Fans ausgelöst“ habe, „die ich seitdem noch nicht wieder erlebt habe.“

Lukas spielt Akustikgitarre und singt ziemlich leise – die Fans übertönen ihn locker. Wenn sie mitsingen, wandeln sie den Text ab. „Lukas Rieger“, singen sie, „wir lieben dich so hart, du gibst uns Liebe, von Tag zu Tag, oh oh.“

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