Düsseldorf: "Luisa ist hier"

Düsseldorf : "Luisa ist hier"

Eine neue Kampagne hilft bedrängten Frauen. Mit einem Satz können sie in teilnehmenden Gaststätten in der Altstadt auf schnellem Wege Unterstützung bekommen. Weitere Kneipen, Cafés und Discos sollen sich an der Aktion beteiligen.

Für viele Frauen ist es immer noch schwer, sich Hilfe zu suchen, wenn sie belästigt werden. Sei es, weil sie nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen, oder weil sie fürchten, dass man ihr Problem auf die leichte Schulter nimmt. Hilfe in einer solchen Situation soll die Kampagne "Luisa ist hier" bieten, die von der Frauenberatungsstelle initiiert wurde. Frauen, die sich bedrängt fühlen, können in teilnehmenden Gaststätten schnelle Hilfe finden, indem sie sich mit dem Code "Ist Luisa da?" an einen Mitarbeiter der Gaststätte wenden. Das Personal, das vorher eine Schulung durch den Wirt bekommen hat, kann dann mit der Frau gemeinsam entscheiden, was zu tun ist. Das kann ein Taxiruf sein, ein Rauswurf der aufdringlichen Person oder im Notfall auch ein Anruf bei der Polizei. "Für uns ist es wichtig, dass die Frauen das Gefühl haben, ernst genommen zu werden und zu wissen, dass es hier Hilfe gibt", erklärt Alexander Kampes, Chef von D-Town.

Gestartet wurde die Initiative in Münster. Mittlerweile machen bundesweit schon mehr als 40 Städte bei der Aktion mit. Erkennen kann man die teilnehmenden Lokale an den Plakaten in den Fenstern der Kneipen. Diese sollen nicht nur die Frauen darauf hinweisen, dass sie bei Bedarf Hilfe in den Gaststätten finden. Für Männer sollen sie auch ein deutliches Statement darstellen, dass in der entsprechenden Lokalität sexualisierte Gewalt nicht toleriert wird. Auch in den Toilettenräumen machen Aufkleber an den Spiegeln Frauen auf das Hilfsangebot aufmerksam. Das Code-Wort "Luisa" ist in allen Städten gleich. "Der Wiedererkennungswert ist dabei sehr wichtig", so Isa Fiedler, Chefin vom Knoten und Sprecherin der Altstadtwirte.

Unterstützt wird die Aktion vom Heimatverein Düsseldorfer Jonges. Es ist nicht das erste Mal, dass die Frauenberatungsstelle und die Jonges kooperieren. Nach den Übergriffen in der Silvester-Nacht 2015/16 haben sie zusammen an Karneval und Silvester den "Security Point" eingerichtet. Darum würden sie natürlich auch diese Aktion unterstützen und hoffen, noch viele Mitstreiter dafür zu finden, so Baas Wolfgang Rolshoven.

Seit dem 18. Mai ist Düsseldorf bei der Aktion dabei. Den Anfang machen erst einmal der "Knoten" auf der Kurze Straße und "D-Town" am Burgplatz. "Gerade hier am Burgplatz ist immer viel los", weiß Kampes aus Erfahrung. Bei den beiden Kneipen soll es natürlich nicht bleiben. "Wir sind schon in Gesprächen mit anderen Gaststätten. Einige haben schon Interesse gezeigt", so Lena Löwen von der Frauenberatungsstelle. "Der Gaststättenverband hat seine Mitglieder auch schon mit einer Rund-Mail über die Kampagne informiert", berichtet Fiedler. Die Initiatoren haben die Hoffnung, dass sich so nicht nur die Altstadtwirte, sondern auch Gaststätten oder auch Cafés oder Discos in der ganzen Stadt an der Aktion beteiligen. "Wir fänden es auch schön, wenn auf der Kirmes die entsprechenden Zelte mitmachen würden", meint Etta Hallenga von der Frauenberatungsstelle. Für die Wirte sei die Kampagne mit wenig Aufwand verbunden und es koste sie auch kein Geld, so Rolshoven. Die Frauenberatungsstelle stellt den Gastronomen einen Handlungsleitfaden für den Notfall zur Verfügung. Auch Plakate, Aufkleber, Flyer und Informationsmaterial für die Betroffenen erhalten die Teilnehmer kostenlos.

(RP)
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