Düsseldorfer Flughafen: Lufthansa beendet Tiefflug-Experiment

Düsseldorfer Flughafen : Lufthansa beendet Tiefflug-Experiment

Um den Spritverbrauch zu senken, hat die Lufthansa am Düsseldorfer Flughafen getestet, ob es sinnvoll ist, flacher zu starten. Das hatte Anwohner wegen des Lärms verunsichert. Inzwischen wurde die Versuchsphase beendet.

Der Kerosinpreis ist heute der bedeutendste Bestandteil der Kosten bei Flügen. Da dieser immer weiter steigt, sind die Airlines zunehmend erfinderisch, was neue Einsparpotenziale angeht. Die Lufthansa hat nun getestet, ob es Flugbenzin spart, wenn die Flugzeuge flacher starten. Das hat die Anwohner rund um den Airport verunsichert.

Bislang war es am Düsseldorfer Flughafen üblich, dass Flugzeuge bei Erreichen einer Flughöhe von etwa 450 Metern Höhe vom steilen Startflug in den etwas flacheren, aber schnelleren Steigflug wechseln. Das ist auch der Punkt, an dem etwa die Fahrwerke eingezogen werden. Bereits im Jahr 2008 hatte die EU zwei neue Startverfahren vorgeschlagen, die Lärm reduzieren und gleichzeitig Sprit einsparen sollten.

Eines davon hat die Lufthansa kürzlich auch in Düsseldorf getestet. Dabei gehen die Flugzeuge bereits in einer Höhe von knapp 250 Metern vom Startflug in den flacheren Steigflug über. "Da die Triebwerke dann nicht mehr auf sehr hoher Leistung laufen und die Fahrwerke eingefahren sind, sind die Jets in dieser Flugphase grundsätzlich leiser unterwegs", sagte Lufthansa-Sprecher Florian Gränzdörffer auf Anfrage. Allerdings seien die Flieger auf einer längeren Strecke in niedriger Höhe unterwegs.

Die Grünen wollten nun in der letzten Ratssitzung wissen, welche Auswirkungen das flachere Startverfahren auf den Lärm in den angrenzenden Wohngebieten in Flughafennähe hat. "Nach Recherche des Flughafens Düsseldorf haben mittlerweile mehrere Gesellschaften das modernere Verfahren eingeführt", sagte Verkehrsdezernent Stephan Keller in der Ratssitzung am Donnerstag.

Laut einer Untersuchung der Lufthansa nimmt bei dem flacheren Start der Lärm direkt unter der Flugroute zu, während rechts und links daneben der Lärm abnimmt, so Keller. Unterm Strich gehe die Lufthansa davon aus, dass der positive Effekt überwiege. Allerdings sei die Messung noch sehr ungenau, da die Lautstärke durch unterschiedliche Beladung, Triebwerkseinstellungen und vor allem durch das Wetter stark beeinflusst wird.

Der Probebetrieb mit dem Geschwindigkeitswechsel in 250 statt 450 Metern Höhe wurde am 1. Februar gestartet. "Am 8. Februar haben wir die Testphase weltweit ausgesetzt. Es müssen für eine dauerhafte Anwendung noch viele technische Fragen geklärt werden", sagte Lufthansa-Sprecher Gränzdörffer. Wann das Niedrig-Flugverfahren wieder aufgenommen wird, steht noch nicht fest. Nach Angaben der Airline könnten dadurch allein in Deutschland pro Jahr 3000 Tonnen Treibstoff eingespart werden.

Bei der Antwort auf die Grünen-Frage wurde auch auf Lärmzuschläge für bestimmte Flugzeuge eingegangen. Laut Flughafen gibt es in Düsseldorf je nach gemessenem Lärmpegel acht Kategorien von Flugzeugen. Je lauter ein Jet ist, desto teurer sind Start und Landung am Düsseldorfer Airport. Für Flugzeuge, die weniger als zehn Tonnen wiegen und leiser sind als 70 dB(A), wird demnach kein Lärmzuschlag fällig. Für Flugzeuge der Lärmkategorie über 94 dB(A) müsse pro Start oder Landung der Höchstsatz von 8000 Euro bezahlt werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Boeing 747-8F - die "Königin der Lüfte" in Düsseldorf

(RP/ila/rl)
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