Düsseldorf: Lob für geplanten Radweg auf Karlstraße

Düsseldorf: Lob für geplanten Radweg auf Karlstraße

Bei der Mobilen Redaktion diskutierten Bürger mit Rad-Experten und Politikern verschiedener Parteien. Die meisten sehen die anvisierte Trasse auf der innerstädtischen Hauptverkehrsstraße als Schritt in die richtige Richtung.

Es sind nur Hartgesottene, die mit ihrem Rad auf der vielspurigen Karlstraße und dem Worringer Platz dem Regen trotzen. Helga Schloot ist eine davon. Der Radhelm gehört für sie dazu, denn es ist gefährlich auf dieser Strecke. Dass die Stadt nun einen 1,3 Kilometer langen Radweg auf dieser Strecke und in beide Richtungen plant, freut Schloot: "Der ist dringend nötig", sagt sie, bevor die Ampel auf Grün schaltet und sie wieder in die Pedale tritt.

Ähnlich war der Tenor insgesamt bei der Mobilen Redaktion, die die Rheinische Post gestern auf dem Worringer Platz zum Thema veranstaltet hat. "Es ist gut, den Radverkehr in der Innenstadt zu erschließen", sagt Joachim Alxnat, Geschäftsführer der Düsseldorfer Drogenhilfe und Anlieger des Worringer Platzes. Schließlich steige der Anteil an Elektrorädern, "und so, wie die Situation jetzt ist, geht es gar nicht". Auch Anwohnerin Gudrun Jap gefällt die Idee. "Wichtig ist aber eine gute Gestaltung der Abbiegespuren rund um den Worringer Platz", meint sie und ließ sich vom Fahrradbeauftragten der Stadt, Steffen Geibhardt, die Pläne erläutern.

Einzig Bernhard Aulenkamp, Orthopäde und ebenfalls Anwohner, sieht das Vorhaben kritisch: "Ich fahre selber viel Fahrrad, ich kenne meine Schleichwege, da muss man doch nicht auf so einer Hauptstraße einen Radweg bauen!" Für ihn sind die dafür vorgesehenen rund 1,5 Millionen Euro "rausgeschmissenes Geld". Besser wäre seiner Ansicht nach, die bestehenden Radwege in Schuss zu halten.

"Das ist schon eine positive Sache", sagt Ernst Welski vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Zwar gäbe es noch manches zu verbessern, er wünscht sich zum Beispiel bessere Anbindungen der neuen Radtrasse an die Graf-Adolf-Straße sowie an die Kölner Straße in Richtung Wehrhahn. Vor einigen Jahren habe man sich solch einen Kurs im Rathaus nicht vorstellen können. "Weiter so!", ermunterte er den städtischen Fahrradbeauftragten Geibhardt. Der betonte, dass bei der Planung des Radwegs auf der Karlstraße wichtig gewesen sei, Raum dafür zu schaffen, ohne den Autoverkehr zu sehr einzuschränken. Das gelinge, indem Abbiegespuren verkürzt und Inseln in der Mitte der Straße weggenommen werden. Bei der westlichen Kölner Straße sieht er zwar Potenzial, es gebe jedoch auch das Interesse von Anwohnern, lärmmindernde Rasengleise zu schaffen. Dann würde der Raum für einen Radweg fehlen.

  • Düsseldorf : Neuer Radweg durch Innenstadt geplant
  • Radevormwald : Bürgermeister bei der Mobilen Redaktion am Wuppermarkt

Ingrid Landau und Jürgen Kamenschek, Grünen-Politiker aus der Bezirksvertretung 1, betonten erneut, dass der Radweg auf der Karlstraße eine alte Forderung der Grünen war: "Bisher hatte es immer geheißen, das sei nicht möglich", sagte Landau, die meist mit dem Rad in der Stadt unterwegs ist. Dennoch freut sie sich, dass ihre Idee nun realisiert wird.

"Es ist ja nicht verboten, schlauer zu werden", sagt Andreas Hartnigk, Verkehrsexperte der CDU-Fraktion. Der Radverkehr nehme innerstädtisch zu, darauf müsse man reagieren. Deshalb plane man bei neuen Straßenbauprojekten Radwege automatisch mit. "Ich kann aber Düsseldorf nicht mit Radwegen zupflastern."

Martin Volkenrath (SPD), Vorsitzender des Verkehrsausschusses und selbst Alltags-Radler, betonte: "Ich freue mich sehr über jeden Meter Radweg, der neu entsteht." Da dieser bis zur Toulouser Allee geplant sei, sei es dann möglich, bis Rath durchzuradeln. Er kritisiert jedoch, dass es keine wirkliche Anbindung vom Stresemannplatz in Richtung Süden und Westen gebe. "Wir brauchen ein durchdachtes Gesamtkonzept."

FDP-Ratsherr Mirko Rohloff, der sich selbst als "Schönwetter-Radfahrer" bezeichnet, lobte den "wichtigen Lückenschluss". Mit den geplanten Radtrassen auf Friedrich- und Elisabethstraße sowie dem Radschnellweg setze die Stadt die richtigen Signale.

(RP)
Mehr von RP ONLINE