Little Tokyo: Japanische Kultur zum Anfassen in Düsseldorf

Führung in Düsseldorf : Japanische Kultur zum Anfassen

Bei den neuen Führungen zum japanischen Lifestyle darf viel probiert werden, zum Beispiel Tee in einer traditionellen Zeremonie.

In kaum einer anderen europäischen Stadt erlebt man so viel japanische Kultur auf engstem Raum wie in Düsseldorfs „Little Tokyo“ in der Nähe des Hauptbahnhofes. Mit der neuen Stadtführung „Sushi, Sake & japanischer Lifestyle“ kann man nun eine spannende Entdeckungsreise in dieses Viertel erleben und neben vielen Informationen auch einige kulinarische Kostproben genießen.

„Das japanische Viertel in Düsseldorf ist ein großes Highlight und zudem in dieser Größenordnung ein Alleinstellungsmerkmal für eine deutsche Stadt. Deshalb ist die Umsetzung dieser neuen Führung auch ein echtes Herzensanliegen für uns“, meint Ole Friedrich, Geschäftsführer von „Düsseldorf Tourismus“. „Man erfährt auf dieser Entdeckungsreise viel über die Mentalität, die Traditionen, die Kultur und das Leben der Japaner hier in Düsseldorf.“

Am Wochenende feierte die Führung ihre Premiere. Danach wird sie alle zwei Wochen samstags zwischen 10.30 und 12.30 Uhr stattfinden. Der Startpunkt liegt dabei immer im Hotel Nikko an der Immermannstraße – die „Schlagader“ des Viertels, wie sie von Tourführerin Petra C. Fujiwara genannt wird. Im Innenhof des deutsch-japanischen Centers steht eine Bronzetafel zur Erinnerung an den Unternehmer Louis Kniffler, der vor 160 Jahren erstmalig Handelsverbindungen nach Japan knüpfte. Von dort begibt sich die Tour auf eine abwechslungsreiche Entdeckungsreise quer durch das Viertel.

Dabei steuert die Gruppe exemplarische Standorte an, an denen Fujiwara nähere Informationen liefert und die Teilnehmer auch immer wieder traditionelle, japanische Köstlichkeiten probieren können. „Japaner finden ihre gesamte benötigte Infrastruktur in diesem Bereich: Restaurants, Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien, Reisebüros. Auf der Immermannstraße besuchen wir den Laden ‚Takagi‘. Dies ist die älteste japanische Bücherei außerhalb Japans und eine Art Mekka für alle Manga-, Anime- und Cosplay Fans Deutschlands“, erklärt Fujiwara.

Gegenüber liegt das „Kyoto“: Ein Laden, der nicht nur japanische Accessoires und traditionelles Geschirr verkauft, sondern auch Tee und den japanischen Reiswein Sake anbietet. „Hier werden die Teilnehmer der Führung eine klassische Verköstigung bekommen“, sagt die Expertin weiter.

Aber auch Abseits der Immermannstraße lernt die Expeditionsgruppe das besondere Flair des Viertels kennen. Vor allem die Klosterstraße, unter Japanern aufgrund der vielen kulinarischen Angebote auch „Washoku-Meile“ genannt, zeigt die gesamte Vielfalt an Restaurants. „Dabei steht ‚Wa‘ für Japan, und ‚Shoku’ für Essen. Hier findet man authentische Küche aus Japan“, ergänzt Fujiwara. Die Stadtführerin hat selbst in Japan studiert und ist seit 36 Jahren mit einem Japaner verheiratet. „Es ist mittlerweile zu meiner zweiten Heimat geworden. Daher kann ich auch zurecht sagen, dass das Erlebnis hier in Düsseldorf absolut authentisch ist.“

Nach Zwischenstopps im „Anmo“, einem Tee-Laden mit angeschlossener Kunstgalerie, dem Lebensmittelgeschäft „Daeyang“ und der Bäckerei „My Heart“, endet die Führung im Restaurant „Maruyasu“ in den Schadow Arkaden. Gegründet wurde das Unternehmen, das mittlerweile neun Filialen in Düsseldorf betreibt, von Akio Ando. 1965 kam er als Bergmann nach Deutschland und machte sich 30 Jahre später mit dem ersten eigenen Restaurant selbstständig. Heute leitet sein Sohn Hiroaki den Laden und wird den Tourteilnehmern unter anderem die Wichtigkeit des Thunfisches für das traditionelle Sushi erklären – natürlich darf auch hier wieder alles probiert werden.

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