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Düsseldorf: Leitstelle der Polizei beantwortet 260.000 Notrufe im Jahr

Düsseldorf : Leitstelle der Polizei beantwortet 260.000 Notrufe im Jahr

Der innenpolitische Sprecher der FDP im Landtag, Robert Orth, ist besorgt über den Zustand der Polizeileitstellen in NRW. Die seien häufig temporär nicht erreichbar und müssten dringend modernisiert werden, stellte Orth anhand der Zahl der Anrufe fest, die nicht in zehn Sekunden beantwortet wurden. Im Düsseldorfer Polizeipräsidium seien auf diese Art allein im vergangenen Jahr 11 314 Notrufe "verloren gegangen".

Die Zahl bestätigt Georg Schulz, Leiter der Polizeidirektion Gefahrenabwehr / Einsatz, betont aber: "Es ist kein Fall bekannt, bei dem einem Anrufer unseres Notrufs nicht geholfen wurde." Wenn ein Anruf bei der 110 vor Ablauf von 20 Sekunden endet, dann in der Regel, weil der Anrufer selbst aufgelegt habe. "Notrufe nehmen wir sehr ernst, und wir nehmen jeden an", betont Schulz. Dass das manchmal länger dauert, könne viele Gründe haben.

"Nicht jeder Notruf steht für einen Notfall. Im Zeitalter des Handys gehen etwa bei einem schweren Verkehrsunfall bis zu 50 Anrufe gleichzeitig bei 110 ein." Das sei auch nicht zu kritisieren. Weil die Leitstelle aber nur acht Leitungen hat, kann nicht jeder sofort angenommen werden.

Statt des Freizeichens ein Besetztsignal oder gar eine Warteschleife zu installieren, damit der Bürger nicht den Eindruck gewinnt, bei der Polizei habe man bloß keine Lust, ans Telefon zu gehen — "das haben wir diskutiert und verworfen", sagt Schulz. Die Leitstellentechnik werde ständig technisch auf dem neuesten Stand gehalten — und in Düsseldorf wird im Zuge des gerade begonnenen Präsidiums-Umbaus die Leitstelle ohnehin erneuert. Derzeit gebe es etwa landesweit Überlegungen, im Fall von Großeinsätzen den Überhang von 110-Notrufe von den Leitstellen benachbarter Behörden abarbeiten zu lassen.

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Von den 11 314 Anrufern, die im vorigen Jahr in zehn Sekunden keine Antwort bekamen, hätten 7678 sogar nach 20 Sekunden vergeblichen Wartens aufgelegt, kritisiert Robert Orth. Tatsächlich gingen im vorigen Jahr mehr als 260 000 Notrufe ein. "In den meisten Fällen ist nach dem zweiten oder dritten Klingeln jemand dran", versichert Polizeidirektor Schulz. Nur die Hälfte dieser Notrufe habe übrigens — nicht zuletzt wegen der vielen Mehrfachanrufe — tatsächlich einen Polizeieinsatz zur Folge gehabt.

(RP)