Lehrer Lutz Tomala über seine Erfahrungen am Düsseldorfer Wim-Wenders-Gymnasium

Von Lehrern und Schülern : „Warum müssen wir das lernen?“

Lutz Tomala, Lehrer am Wim-Wenders-Gymnasium in Oberbilk, über Spezialkompetenzen und deren Grenzen.

Berechtige Fragen sind im Unterricht immer willkommen und die grundlegendste aller Schul-Fragen wird in regelmäßigen Abständen immer wieder gestellt: „Warum müssen wir das lernen?“. Kurz nachgedacht: Schule soll auf das Leben vorbereiten, das Gymnasium natürlich auch auf das Studium; zum Beispiel „Bachelor of Arts Fitnesstraining“.

„Bachelor of Arts Fitnesstraining“, das kann man studieren?! Eine tiefgreifende Arbeitsteilung und Spezialisierung ist laut Definition ein Zeichen von Zivilisation. Mit diesem Maß an Zivilisation fordert unsere Gesellschaft auch von Schülern ein hohes Maß an Spezialkompetenzen. Gleichzeitig sollen die Schulen eine umfassende, generelle Bildung vermitteln – ein Widerspruch?

Ein Blick durchs Klassenzimmer hält der Gesellschaft den Spiegel vor. Es gibt Schüler, die in allen Fächern gut sind (von Italienisch über Mathematik bis zur Physik) und solche, die nur in Fachrichtungen oder sogar Fächern brillieren. Die Aufgabe der Schule ist es zu fördern und zu fordern. Was im Alltag in etwa so leicht ist, wie einer Qualle Kleidung anzuziehen, aber man gibt sich Mühe.

Während die Spezialisierung in Ausbildung und Studium wächst, gibt es in Schulen fast einen gegenläufigen Trend (Naturwissenschaften als Fach statt Biologie, Chemie und Physik). Das wiederum stellt Lehrer vor das Dilemma: Was studiert man um Naturwissenschaften zu unterrichten? Ist es nicht sinnvoll, Expertise in zwei Fächern zu haben? Fragen auf die es vielleicht gar keine eindeutige Antwort gibt. Vielleicht ist die Lösung Pragmatismus: Man versucht einfach, in allem etwas Interessantes zu finden. Manchmal hilft es, eine Verbindung zu einem Thema zu suchen, auf dem man Experte ist  dann gelingt sogar die Verbindung von Kunst und Robotik.

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