Interview: Serie Kunst Am Bau: "Lebenszeichen" am Grimmke-Haus

Interview: Serie Kunst Am Bau : "Lebenszeichen" am Grimmke-Haus

Lörick (hiw) Im Januar 1996 wurde das Ernst- und Berta-Grimmke-Haus der Arbeiterwohlfahrt (Awo) am Niederkasseler Lohweg/Ecke Am Kirschbaumwäldchen eröffnet. Seitdem finden dort vor allem ältere, pflegebedürftige Menschen ein neues Zuhause. Im gleichen Jahr installierte der Löricker Bildhauer Wilfrid Polke ein plastisches Kunstwerk aus korrodierendem Eisen zwischen Gebäude und Gehweg am Niederkasseler Lohweg und nannte es "Lebenszeichen". Im Bildband "Ars Publica Düsseldorf" des Autors Wolfgang Funken beschreibt Polke selbst das, was er mit dem Kunstwerk aussagen will.

Lörick (hiw) Im Januar 1996 wurde das Ernst- und Berta-Grimmke-Haus der Arbeiterwohlfahrt (Awo) am Niederkasseler Lohweg/Ecke Am Kirschbaumwäldchen eröffnet. Seitdem finden dort vor allem ältere, pflegebedürftige Menschen ein neues Zuhause. Im gleichen Jahr installierte der Löricker Bildhauer Wilfrid Polke ein plastisches Kunstwerk aus korrodierendem Eisen zwischen Gebäude und Gehweg am Niederkasseler Lohweg und nannte es "Lebenszeichen". Im Bildband "Ars Publica Düsseldorf" des Autors Wolfgang Funken beschreibt Polke selbst das, was er mit dem Kunstwerk aussagen will.

"Die plastische Gruppe nimmt Bezug auf die Lebenssituation der älteren Bewohner des Hauses, ohne dabei direkt abbildenden Charakter zu haben. Ein hohes Tor erinnert an den Eintritt ins Leben, ein umgestürzter Giebel lässt an das Ende denken. Vor diesen beiden Polen des Lebenspanoramas sind zwei Kuben platziert, die ein V-Zeichen bilden. Dieses Kernstück der Gruppe aus plastischen Elementen weist auf die enge Bezogenheit von Pflegern und Gepflegten hin, und man denkt daran, dass die Pflegebedürftigen nicht allein gelassen sind, sondern in der Obhut und Fürsorge verständnisvoller Menschen solidarisches Denken und Handeln erfahren."

Wilfried Polke wurde in Schlesien geboren und studierte nach einer Steinmetzlehre an der Düsseldorfer Kunstakademie unter anderem bei Otto Pankok. Daran folgte ein Studium der Germanistik in Köln. An der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe bekleidete er eine Professur für Ästhetik und Kommunikation. In Düsseldorf gründete Polke die Künstlergruppen "Farbfraß" und "Zyklon". Zu seinen Hauptwerken zählt das "Tor mit menschlicher Figur", das sich auf dem Haaner Marktplatz befindet.

Wilfrid Polke, Bruder des 2010 gestorbenen Künstlers Sigmar Polke, arbeitete in seinem Atelier in der alten Löricker Volksschule. Am 21. Juli dieses Jahres starb er kurz vor seinem 82. Geburtstag.

(RP)
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