20.000 Zuschauer beim 20. Kö-Lauf: Lauf-Fest für die ganze Familie

20.000 Zuschauer beim 20. Kö-Lauf : Lauf-Fest für die ganze Familie

Der 20. Kö-Lauf zog 20.000 Zuschauer auf Düsseldorfs Prachtmeile. Auf der ging es bunter und lauter zu als sonst. Weit mehr als 4000 Läufer drehten ihre Runden in zehn Läufen. 150 Helfer sorgten dafür, dass alles klappte.

Der Rhythmus ist das Wichtigste beim 20. Kö-Lauf im Herzen der Landeshauptstadt. Für Anna Lena Hargens, die mit ihren fünf Kolleginnen von den Chearleaders Blue Pearls der HSG eine Choreographie hinlegt oder die Gruppe der Kaiserswerther Diakonie, die mit Rasseln und Trommeln an der Ecke Steinstraße am Zieleinlauf einen Takt schlägt, die beide in die Beine gehen sollen.

Besonders in die Beine derjenigen, die gestern ihr eigenes Solo auf Düsseldorfs Prachtmeile zwischen den Absperrgittern tanzen. Die Schrittfolge ist dort zwar immer gleich, nur die Schrittlänge und der Takt variieren. Weit mehr als 4.000 Läufer gingen bei den zehn Läufen an den Start. Mit den nach Angaben der Polizei etwa 20.000 Zuschauern, wurde die noble Einkaufstraße so zum bunten Zentrum des Breitensports. Hauptsponsor sind die Stadtwerke, die den Kö-Lauf im vergangenen Jahr vor dem Aus retteten. So wird die Flaniermeile der großen Mode nun weiterhin zur Piste des Ehrgeizes. Der Lohn: Medaillen, Urkunden und Pokale: Beim 10-Kilometer-Lauf gab‘s die Trophäe der Rheinischen Post.

"Gleich hast du‘s!”

Ehrgeiz hat Armin Kunz auf besondere Weise. Er ist früher selbst gelaufen: Marathon, Triathlon und eben Volksläufe. "Meist eher hinten”, wie er sagt. Jetzt macht er einen nicht minderschweren Job. Er feuert die Läufer an. Besonders die Letzten. Einem kleinen Jungen mit hochrotem Kopf, der nur noch gehen kann, ruft er zu: "Gleich hast du‘s. Ich kenn‘ das Gefühl.” Tatsächlich schafft der Kleine auch die letzten 100 Meter noch im Laufschritt. "Das ist doch das Mindeste, was ich als Zuschauer machen kann.” Die Läufer danken‘s ihm mit einem Lächeln oder einer "La Ola”.

"Bei so einer Atmosphäre lässt man sich schon mal dazu hinreißen, schneller zu laufen”, sagt Werner Butsche. Er ist für den ASV Duisburg die vier Kilometer gelaufen und kam mit seinem eigenen Rhythmusals einer der Ersten insZiel. Ganz vorne mischt auch Bernd Zahlten vom SFD ‘75 mit. Allerdings außer Konkurrenz und auf dem Zweirad. Mit Trillerpfeife im Mund ging er als Startfahrer bei jedem Rennen auf die Strecke. Vorbei an den klatschenden Zuschauern. "Mit allem Drum und Dran habe ich abends 70 bis 80 Kilometer in den Beinen”, schätzt der Helfer. 150 seiner Art sind vor Ort, manche seit fünf Uhr morgens.

Sophies Tag ist dagegen nicht so lang. Die Sechsjährige ist beim Rennen der Bambini am Morgen mitgelaufen. Stolz zeigt sie ihre Medaille. "Später will ich auch längere Rennen laufen”, sagt die Kleine, die sich nach dem Lauf auf den Arm von Mama Janine zurückgezogen hat.

Für Autofahrer lief nicht viel. Die Kö war zwischen Graf-Adolf-Straße und Theodor-Körner-Straße gesperrt. Genauso wie die Kreuzungen zur Benrather und Steinstraße und deren Zufahrtsstraßen. Ab heute früh bewegt man sich auf der Prachtmeile dann wieder im gewohnten Rhythmus: in Lack- statt in Joggingschuhen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bambini starten beim Kö-Lauf

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