Drohende Dieselfahrverbote in Düsseldorf: Lastenräder ersetzen den Lieferwagen

Drohende Dieselfahrverbote in Düsseldorf: Lastenräder ersetzen den Lieferwagen

Drohende Dieselfahrverbote und Parkplatznot machen Handwerkern das Leben schwer. Bei der Handwerkskammer wurden gestern Lastenräder vorgestellt. Schreiner Schmidt und Schornsteinfegerlehrling Laux nutzen sie schon heute.

Keine Debatte löst bei den Handwerker so große Sorgen aus wie drohende Dieselfahrverbote für die Düsseldorfer Innenstadt. Doch typisch für ihre Zünfte suchen die Handwerker praktische Lösungen. Solche waren gestern bei der Kammer in Bilk zu sehen. Zum zweiten Mal bot die Handwerkskammer eine Infoveranstaltung an, bei der Experten und Anwender über die alternativen Transportmittel berichteten und Hersteller ihre Produkte vorstellten. Außerdem bestand die Möglichkeit, die Lastenräder, E-Bikes und E-Roller im Innenhof der Handwerkskammer auf einem kleinen Parcours zu testen. Die kostenfreie Veranstaltung fand im Rahmen der Mobilitätspartnerschaft der Stadt mit IHK und Handwerk statt.

Ralf Schörmann von der Firma Sortimo
Ralf Schörmann von der Firma Sortimo mit einem Lastenrad für knapp 6000 Euro, dass sich als Dreirad in der Kurve neigt. Foto: Thorsten Breitkopf

Einer, der dort am Start war, ist Dirk Schmidt. Doch der Schreinermeister war dort nicht, um sich zu informieren, sondern um zu zeigen, wie es geht. Seit bereits vier Jahren ist er in Flingern beruflich mit seinem Lastenrad unterwegs. Und das hat es in sich. In der Ladekiste zwischen Lenker und Vorderrad befindet sich eine ansehnliche Ladefläche. "Darauf transportiere ich immer einen Staubsauger, eine Schrauben- und eine Werkzeugkiste", sagt Schmidt und zeigt das Fahrzeug. Was es wiegt? Er weiß es nicht, aber allein der Schraubenkoffer ist etwas für kräftige Menschen. "Am Anfang musste ich mich daran gewöhnen, mit dem schweren Rad durch die Stadt zu fahren. Doch inzwischen kann ich mir nichts Besseres vorstellen", sagt Schmidt, der auch seinen angestellten Meister und den Lehrling mit Lastenrädern zum Kunden schickt. "Gut, für ganze Türen muss ich heute noch den konventionellen Transporter nutzen, aber auch das kann sich ändern", sagt Meister Schmidt, und erzählt von "total praktischen Fahrradanhängern."

Auch Schornsteinfeger-Lehrling Leonard Laux ist bereits heute mit dem Lastenrad unterwegs, es ist wie das von Schmidt ein E-Bike, allerdings hat es drei Räder. Kehrbesen, Staubsauger und jede Menge Utensilien für seinen Beruf hat Laux in einer schwarzen Kiste vorm Lenker an Bord. "Und in der Freizeit bringt mein Chef Walter Lange in der Kiste seine Kinder zur Schule", sagt Laux. In der Kiste sind auch Klappsitze für Kinder mit Anschnallgurten. Nur in den Wintermonaten schwört der angehende Schornsteinfeger noch aufs Auto.

Schmidt und Laux sind sich einig in den Vorteilen der Räder. Es geht ihnen nicht nur um Umweltschutz, es ist ganz klar eine wirtschaftliche Entscheidung. Die aufwendige Parkplatzsuche entfällt genauso wie Parkgebühren, Umweltzonen und Kfz-Steuern.

Den Mercedes unter den Lastenrädern sah man am Stand der Firma Sortimo. Das Lastenrad "ProCargo" hat ebenfalls drei Räder, aber eine Mechanik, mit der sich das schwere Fahrrad in die Kurve legt. Ab etwa 6000 Euro werden für den Kauf fällig, plus diverse Aufbauten, je nach Verwendungszweck.

(tb)