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Landgericht Düsseldorf verurteilt 30 Jahre alten Mann wegen versuchten Totschlags

Landgericht Düsseldorf : Fünf Jahre Haft wegen versuchten Totschlags aus Eifersucht

Erst hatte sie ihren Mann angezeigt, jetzt erklärte eine 26 Jahre alte Frau vor Gericht, sie habe sich die gefährliche Attacke mit einem Schraubenzieher nur ausgedacht.

Das Opfer nahm den Täter sogar im Zeugenstand vor Gericht ausdrücklich  in Schutz, aber geholfen hat es nichts: Wegen versuchten Totschlags an seiner Frau (26) sowie gefährlicher Körperverletzung hat das Landgericht einen 30 Jahre alten Mann jetzt zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte seine Frau aus Eifersucht an einem Augustvormittag des vergangenen Jahres in der Tiefgarage eines Supermarkts in Friedrichstadt durch Stiche eines Schrauberziehers in den Oberkörper töten wollte. Das hatte das Opfer kurz danach bei der Polizei noch beteuert. Doch zu Prozessbeginn vor dem Schwurgericht ruderte die Frau Mitte Februar plötzlich komplett zurück: Alles sei von ihr nur erfunden gewesen, sie habe ihren Mann „aus Rache und Wut“ falsch beschuldigt. Er habe sich zu wenig um die gemeinsame Tochter gekümmert, deshalb habe sie sich an ihm rächen wollen.

Dieser Version misstrauten die Richter allerdings. Sogar der angeklagte Ehemann hatte zugegeben, aus Eifersucht in seinem Auto die Frau als Beifahrerin mit einem Schraubenzieher attackiert – sie dabei aber „nur gepiekst zu haben“. Er gab auch zu, dem Opfer, als es aus dem Wagen entkommen wollte und zu Boden stürzte, mehrfach gegen den Kopf getreten zu haben. Völlig anders schilderte als Zeugin dann plötzlich seine Frau den Ablauf. Ein Schraubenzieher habe als Tatwaffe nie eine Rolle gespielt, auch den ganzen Rest des Angriffs habe sie bloß erfunden.

Das aber deckte sich weder mit ihrer eigenen Anzeige noch mit den Aussagen von Handwerkern, die damals in der Tiefgarage die Schreie der Frau gehört hatten und den Mann von ihr wegzogen. Im Ergebnis war für die Richter damit klar, dass die Frau jetzt alles versuchte, um ihren Mann zu entlasten und ihn vor der Strafe des Gerichts zu schützen. Deshalb kam die Kammer trotz des Widerrufs der Opferzeugin zum Schuldspruch gegen den 30-Jährigen und schickt ihn für fünf Jahre in Haft.

Seiner Ehefrau droht übrigens jetzt ein eigenes Verfahren: wegen Falschaussage.