Landgericht Düsseldorf: Streit über unsichtbare Zahnschienen vor Gericht

Prozess in Düsseldorf: Streit über unsichtbare Zahnschienen landet vor Gericht

Unsichtbare, weil durchsichtige Zahnschienen, die zur Korrektur von Frontzähnen eingesetzt werden und angeblich zu einem „breiteren Lächeln“ führen können, gelten als umstritten. Jetzt muss sich das Landgericht Düsseldorf mit ihnen beschäftigen.

Zumindest für einen Funktionär des Bundesverbandes Deutscher Kieferorthopäden (BDK) sind die Schienen umstritten. In einem Artikel hatte er diverse Aspekte jener Schienen beleuchtet, dabei auch eine angebliche Unterschreitung kieferorthopädischer Standards gerügt.

Ein Anbieter solcher Zahnspangen (so genannter „Aligner“) zog dagegen vors Landgericht. Per Einstweiliger Verfügung will die Firma dem Kieferorthopäden solche Aussagen verbieten lassen.

Nach Angaben des Gerichts wird vor der Behandlung der Mund des Kunden gescannt, dann wird ein Behandlungsziel formuliert (zum Beispiel die Korrektur einer Schiefstellung), dann werden bis zu 50 Schienen angefertigt.

In dem Artikel soll der Kieferorthopäde nach Gerichtsangaben aber bemängelt haben, dass jene Methode ohne Röntgen angewandt werde. Ob eine Aligner-Firma diese Ansicht eines Facharztes verbieten lassen kann, will das Gericht am 6.März entscheiden.

Auf der Homepage des BDK findet sich eine aktuelle Warnung vor so genannten „direct-to-consumer-Modellen“. Ohne ausreichende Diagnostik und Behandlungskontrolle, so heißt es dort, könnten bei Kunden sogar schwere Schäden entstehen.

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