Landgericht Düsseldorf: DocMorris verklagt Apothekerkammer auf 15 Millionen Euro

Landgericht Düsseldorf: DocMorris verklagt Apothekerkammer auf 15 Millionen Euro

Mit einer Schadenersatzklage über 15 Millionen Euro geht die niederländische Versandapotheke DocMorris jetzt gerichtlich gegen die Apothekerkammer Nordrhein vor. Der Händler verhalte sich wettbewerbswidrig.

Seit Freitag liegt der Fall bei einer Zivilkammer des Düsseldorfer Landgerichts. Der seit Jahren brodelnde Konflikt zwischen DocMorris und der Nordrhein-Kammer hatte zuvor schon mehrere Gerichte beschäftigt. Darin war die Apothekerkammer ab 2012  beim Landgericht Köln zunächst erfolgreich gegen die Versandapotheke vorgegangen.

Das Hauptargument der Kammer bestand darin, DocMorris verhalte sich wettbewerbswidrig, weil das Unternehmen gegen die deutsche Festpreisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel verstoße. Mehrfach erließen Kölner Richter daraufhin Einstweilige Verfügungen gegen DocMorris.

Diese Verfügungen hatte die Apothekerkammer Nordrhein auch vollstrecken lassen. Das aber, so meint Doc Morris, sei von Anfang an ungerechtfertigt gewesen - zumindest vor dem Hintergrund einer späteren Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH).

Dort nämlich siegte DocMorris im Jahr 2016 und bekam schriftlich, dass die deutsche Preisbindung nicht auf ausländische Versandapotheken innerhalb der Europäischen Union (EU) anzuwenden sei. Den bis Ende 2015 entstandenen Schaden müsste DocMorris jetzt konkret nachweisen, kann ihn aber nur schätzen – und beziffert ihn mit aktuell 15 Millionen Euro.

Die Apothekerkammer Nordrhein hält die gesamte Forderung jedoch für unbegründet. Auch nach dem EuGH-Urteil sei unklar geblieben, ob deutsches Arzneimittelpreisrecht für eine ausländische Versandapotheke gelte. Ein Urteil des Landgerichts steht aus.

Mehr von RP ONLINE