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Düsseldorf: Lärmschutz für Bahn-Anwohner abgelehnt

Düsseldorf : Lärmschutz für Bahn-Anwohner abgelehnt

Viele Düsseldorfer müssen ohne Lärmschutz den Güterverkehr der Deutschen Bahn hinnehmen. Dass sich der Verkehr in den kommenden Jahren verdoppelt, spielt dabei keine Rolle. Anwohner wollen das nicht mehr länger hinnehmen.

Die Deutsche Bahn plant keine zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen an der Güterbahnstrecke Rath-Eller. Dies machte ein Vertreter der DB-Netz nun den Mitgliedern der Bezirksversammlung 8 deutlich. Die Anwohner im Düsseldorfer Osten müssen demnach auch weiterhin mit den Einschränkungen durch den Güterverkehr der Bahn zurechtkommen. Michael Käufer von der DB-Netz vertrat den Standpunkt, dass die Strecke die den Osten der Stadt teilt, Bestandsschutz genieße, solange es zu keinen Veränderungen baulicher Art komme.

Auf den Einwand der Politiker, dass es laut einer Prognose des Bundesverkehrsministeriums zu erheblichen Veränderungen komme, nämlich dass sich die Anzahl der Zügen in den kommenden Jahren verdoppeln werde, sagt der Vertreter der DB Netz, dies spiele keine Rolle. Seitens aller Fraktionen erntete er mit diesem Standpunkt Widerspruch. "Für diesen Güter-Highway muss es endlich Lärmschutz geben", forderte CDU-Fraktionschef Christian Rütz. Es könne nicht sein, dass man versuche, den Autolärm mit Flüsterasphalt und Tempolimits zu reduzieren, während gleichzeitig die Bahn mit 700 Meter langen Güterzügen und 100 Kilometern in der Stunde an den Schlafzimmerfenstern der Menschen vorbeifährt. SPD-Fraktionschefin Petra Reidt-Schmidt sagte, notfalls wolle sie nachts selbst Lärm messen, um der Bahn vor Augen zu führen, welche Belastungen der Düsseldorfer Osten schon jetzt aushalten müsse.

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Derweil suchen die Anwohner der betroffenen Stadtteile Lierenfeld, Vennhausen, Eller und Rath schon den Schulterschluss mit einer Anwohnerinitiative in Grafenberg und Gerresheim. Hier bemüht man sich schon seit Jahren um eine Entlastung der Bürger. "Die Trasse ist schon jetzt eine der Hauptrouten und meistbefahrenen Güterstrecken von Nord nach Süd. Nach der Fertigstellung des Gotthardtunnels in der Schweiz 2017 und des Ausbaus der nördlichen Betuwe ist sie Teil des europäischen Hauptkorridors zwischen Genua und Rotterdam", sagt Kaspar Michels, Sprecher der Anwohnerinitiative in Gerresheim und Grafenberg. Die Bahn AG kümmere sich kaum um Belastungen und Gefahren. Anfang November wollen sich Anwohner aus den Stadtteilen treffen, um gemeinsam ihr weiteres Vorgehen zu beraten. Dabei geht es auch um die Entschärfung der beiden Bahnübergänge am Hackenbroich und am Kamper Weg. Auch hierzu nahm der Vertreter der DB-Netz Stellung. Bei steigendem Verkehrsaufkommen wären die Übergänge in den kommenden Jahren nahezu immer geschlossen. Hier besteht Uneinigkeit über die Finanzierung einer Untertunnelung der Gleise. Dass allerdings die Kleingärten weichen müssen, scheint für die Bahn ausgemachte Sache zu sein: "Wir haben da mal einen geraden Strich gezogen", sagte der DB Netz Vertreter.

(RP)