Hafensammler bekam eine neue Innenhaut: Kunststoff soll vor Abwasser schützen

Hafensammler bekam eine neue Innenhaut : Kunststoff soll vor Abwasser schützen

Der Hafensammler, ein großer Sammelkanal mit 2,50 Meter Durchmesser, hat eine neue Innenauskleidung aus Kunststoffplatten erhalten. Aggressives Abwasser aus dem Hafen hatte der 20 Jahre alten Röhre zugesetzt. Normalerweise haben solche Kanäle eine Lebensdauer von 80 Jahren. Sieben Millionen Euro investierte die Stadt Düsseldorf in den 1.130 Meter langen Abschnitt, der vom Hafen zum Sammler in der Völklinger Straße führt und von dort das Abwasser zum Klärwerk Süd transportiert.

Mehr als 40 Monate dauerten die Arbeiten, die den Kanal langfristig schützen sollen. Anfang Juli wird er wieder in Betrieb genommen. In dem Kanal war bei Inspektionen eine starke Schädigung der Steinzeugauskleidung durch Schwefelsäure festgestellt worden. Die Säure entsteht durch einen mikrobiologischen Prozess in jeder Kanalisation.

Bei der Instandsetzung wurde ein in Deutschland neues Verfahren eingesetzt, bei dem Kunststoffplatten aus Polyethylen-hoher-Dichte (PEHD) in den Stahlbetonkanal montiert werden. Die PEHD-Wand hat auf dem Rücken Noppen als Abstandshalter. Die eingebauten PEHD-Platten sind acht Millimeter dick und resistent gegen die Schädigung durch Schwefelsäure.

Da der Hafensammler während seiner Instandsetzung in Betrieb und seine Funktion als Stauraumkanal weitestgehend erhalten bleiben musste, sind die Sanierungsarbeiten in fünf Bauabschnitten vorgenommen worden. Um die Renovierungsarbeiten trocken durchführen zu können, wurde das Abwasser provisorisch umgeleitet. Dadurch ergab sich die Bauzeit von dreieinhalb Jahren. Durch die Kunststoffauskleidung verspricht man sich eine Lebensdauer von etwa 100 Jahren.

Mehr von RP ONLINE