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Eintritt zwei Wochen lang frei: Kunstsammlung NRW ist wieder geöffnet

Eintritt zwei Wochen lang frei : Kunstsammlung NRW ist wieder geöffnet

Sanierung und Erweiterung dauerten zwei Jahre und kosteten fast 40 Millionen Euro. Von Samstag an wird das hoch angesehene Düsseldorfer Museum moderner Kunst wieder zugänglich sein. Picasso und Chagall, Warhol und Rauschenberg – nie zuvor erstrahlten die Bilder in so hellem Licht wie heute. Für die kommenden zwei Wochen ist der Eintritt frei.

Sanierung und Erweiterung dauerten zwei Jahre und kosteten fast 40 Millionen Euro. Von Samstag an wird das hoch angesehene Düsseldorfer Museum moderner Kunst wieder zugänglich sein. Picasso und Chagall, Warhol und Rauschenberg — nie zuvor erstrahlten die Bilder in so hellem Licht wie heute. Für die kommenden zwei Wochen ist der Eintritt frei.

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen am Düsseldorfer Grabbeplatz wirkt nach ihrem Umbau vertraut und neu zugleich. Vertraut, weil einige bedeutende Werke am selben Ort hängen, an dem schon der kürzlich verstorbene Gründungsdirektor des Hauses, Werner Schmalenbach, sie aufgehängt hatte. Neu, weil sich im Übrigen doch manches geändert hat.

Zunächst fällt auf, dass die Räume heller geworden sind, dank einer neuen Lichttechnik. Auf den zweiten Blick macht sich eine leicht abgewandelte Ordnung bemerkbar. Zwar füllen nach wie vor die Amerikaner mit ihrer Pop-Art, Minimal Art und ihrem abstrakten Expressionismus den angestammten Saal, doch gibt es weniger Wände, und dadurch eröffnen sich mehr Durchblicke, die zu Vergleichen herausfordern.

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Die klassische Moderne breitet sich im zweiten Obergeschoss aus, dort, wo sie sich auch vor der Schließung schon befand. Jetzt allerdings mäandert die Sammlung: Der Rundgang führt in einer Art Zickzackkurs an den Bildern vorbei, und die Werke hängen weniger dicht als ehedem. Bilder, die durch diese Großzügigkeit zurzeit ins Depot verbannt sind, sollen den Worten von Museumsdirektorin Marion Ackermann zufolge später zur Geltung kommen, wenn umgehängt wird, darunter die Fotokunst. In großer Ausführlichkeit ist schon jetzt wieder die Kollektion von Bildern Paul Klees zu sehen. Anders als zuvor füllen sie nicht einen Saal, sondern sie begegnen dem Besucher an mehreren Stellen. Diese Allgegenwart soll darauf verweisen, dass die Klee-Sammlung die Keimzelle der Kunstsammlung NRW bildet.

Die beiden riesigen neuen Säle, die der Umbau dem Haus beschert hat, werden bislang, wie es scheint, nur provisorisch genutzt. Der junge deutsche Künstler Michael Sailstorfer lässt in der unteren Halle 300 schwarze Wolken aus Lkw-Reifen von der Decke baumeln. Im darüberliegenden Saal hat der ebenfalls junge Belgier Kris Martin einen Heißluftballon installiert, in den ein leistungsstarker Ventilator Luft bläst — zwei plastische Träume vom Fliegen. Die müssen allerdings schon Anfang August weichen zugunsten einer im September beginnenden großen Beuys-Ausstellung, deren Aufbau dann beginnt.

Zurzeit liegt der Schwerpunkt unverkennbar auf Picasso, Miró, Matisse einerseits und den Amerikanern andererseits. Ältere Besucher werden sich unwillkürlich an Werner Schmalenbach erinnert fühlen, den Mann, der dem Museum durch seine Erwerbungen zu den größten Schätzen verholfen hat. Im Geiste sieht man ihn dann vor Max Ernsts Gemälde "Beim ersten klaren Wort", leger mit einer Hand in der Hosentasche und mit Worten, die ihm oft über die Lippen gingen: "ein fabelhaftes Bild".

Auch in Funktionsräume ist nun Kunst eingezogen. Der Niederländer Joep van Lieshout hat die Einrichtung des Cafés gestaltet, aus der man mit viel Phantasie und Anleitung ein Krokodil herauslesen kann. Olafur Eliasson lässt in einem Lichtschacht Nebel wabern, und im neuen Präsentationsraum der Abteilung Bildung fertigt die Künstlerin Karin Sander 3D-Bodyscans von Besuchern an.

Umbau und Erweiterung des Museums durch das Kopenhagener Büro Dissing und Weitling, das auch schon das Bestandsgebäude plante, haben auch außerhalb des Gebäudes Spuren hinterlassen. Am Paul-Klee-Platz signalisiert jetzt eine farbige Mosaikwand der New Yorkerin Sarah Morris, dass es sich bei dem dunklen Bau um ein aufgeschlossenes Museum handelt.

Auch dadurch ist die Kunstsammlung NRW, die immer ein wenig staatstragend, auf manchen gar einschüchternd wirkte, lebendiger geworden — ein Museum, auf das man als Bürger nicht nur stolz sein kann, sondern das man auch mal betreten sollte. Es lohnt sich.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ein Blick ins neue K20

(RP)