Düsseldorf: Kunstpalast: Sperrung noch bis 2013

Düsseldorf : Kunstpalast: Sperrung noch bis 2013

Wegen des undichten Dachs bleiben frisch sanierte Teile des Museums noch länger geschlossen. Kulturdezernent Lohe will ein Konzept vorstellen, wie die Werke so lange in anderen Räumen gezeigt werden können. Ein Gutachten soll zeigen, ob bei der Renovierung gepfuscht wurde.

Das Museum Kunstpalast muss bis ins kommende Jahr in Teilen geschlossen bleiben. So lange dauert es mindestens noch, bis Sachverständige die Verantwortlichen für den Wasserschaden ermittelt haben und die Mängel am Dach beseitigt sind.

In den Sälen im zweiten Geschoss des Sammlungsflügels war im Winter Wasser von der Decke getropft. Betroffen war die Hälfte der Fläche, in der die Museums-Sammlung gezeigt wurde. Seitdem müssen mehr als hundert Kunstwerke eingelagert werden, darunter die expressionistische Sammlung, der Creamcheese-Raum, der an die legendäre Szenekneipe an der Ratinger Straße erinnert, und der Thomas-Schütte-Raum.

Klar ist bereits: Das Problem liegt in den neuen Dächern des Nord- und Südflügels, die erst bis vor rund einem Jahr saniert worden waren. Mehr als vier Millionen Euro hatte die so genannte Sheddach-Konstruktion gekostet, die aus sattelförmigen Aufbauten besteht. Bei kaltem Wetter gelangt durch den Temperaturunterschied Wasser in den Innenraum und tropft von der Decke. Dies haben Sachverständige belegt.

Ein weiteres Gutachten soll nun zeigen, wer den Schaden verursacht hat. Die Stadt will damit vor Gericht auch prüfen lassen, ob bei der Sanierung gepfuscht wurde. Noch ist unklar, ob Fehler bei der Planung, der Konstruktion oder der Ausführung gemacht wurden. Davon hängt ab, wer die Kosten für die Nachbesserung tragen muss. Wie hoch diese sind, kann die Stadt noch nicht beziffern.

Weil die Behebung der Mängel sich hinzieht, gibt es jetzt Pläne, die betroffenen Kunstwerke so lange an anderer Stelle im Museum zu zeigen. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe wird dem Kuratorium der Museumsstiftung diese Übergangslösung in der nächsten Sitzung vorstellen. Sie sieht vor, dass die Werke ab dem Herbst in Räumen im Palastflügel gezeigt werden, der eigentlich für Sonderausstellungen genutzt wird. Dort läuft derzeit die gefeierte El-Greco-Ausstellung. Die ab September in diesem Gebäudeteil geplante Andreas-Gursky-Schau soll trotz der neuen Pläne wie vorgesehen laufen.

Eine solche Übergangslösung drängt, denn das Museum muss für das Jubiläumsjahr planen: 2013 feiert es 100-jähriges Bestehen. Für das Kunsthaus im Ehrenhof ist die teilweise Schließung ohnehin eine Katastrophe. Erst vor einem Jahr war die Neupräsentation der hochkarätigen Sammlung nach zweijähriger Sanierung eröffnet und damals unter dem Titel "Kunst befreit" groß beworben worden. Das Kunsthaus erhoffte sich einen Image-Gewinn weit über Düsseldorf hinaus. Nun können Besucher nur noch Teile der Schau sehen. Das Museum befürchtet Verluste. Durch die Schließung mussten auch Führungen abgesagt werden.

Der Wasserschaden hat auch die Diskussion um einen "Masterplan" für das historische Gebäude und andere Düsseldorfer Kulturbauten wieder entfacht. Seit Jahren ist ein solcher langfristig angelegter Sanierungsplan im Gespräch. Für den Kunstpalast soll er nach dem neuen Schaden nun kommen. Der Kulturausschuss hat Anfang März einstimmig einen SPD-Antrag verabschiedet, nach dem die Stadt schnellstmöglich ein Sanierungs- und Raumnutzungskonzept für den Gebäudekomplex vorstellen soll. Wann dieses Konzept fertig ist, sei nicht abzusehen, sagt die Leiterin des Amtes für Gebäudemanagement, Doreen Kerler. Man wolle zunächst sorgfältig ermitteln, wie es um die Substanz des Baus steht.

Das Ehrenhof-Ensemble, zu dem auch NRW-Forum und Tonhalle gehören, wurde in den 1920er Jahren nach Plänen von Wilhelm Kreis für eine Gesundheitsmesse errichtet. Der monumentale Gebäudekomplex gilt als bedeutender Zeitzeuge und ist denkmalgeschützt.

(RP/top)