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Düsseldorf: Zaubershow entführt in die Vorhölle

Düsseldorf : Zaubershow entführt in die Vorhölle

Etienne Saglio verblüfft, ängstigt und begeistert mit dem Stück "Les Limbes".

Mit Taschenlampen suchen sie im Tanzhaus NRW noch die Bühne ab, als der Vorhang längst geschlossen ist. Nach einem doppelten Boden, einem Faden oder Seil. Aber da ist nichts. Und wieder lässt eine Zaubershow ihr Publikum fragend zurück: Wie hat er das gemacht, dieser Etienne Saglio? Es ist nicht einmal klar, wie viele Akteure da auf der Bühne gespielt haben. Die Antwort des Künstlers nach der Performance ist ebenso geheimnisvoll: "Wir waren zu fünft auf der Bühne", sagt Saglio. "Aber vier davon waren nicht lebendig." Die Geheimnisse der Magie nie zu verraten, habe er geschworen. Ein Eid, den er auch im Tanzhaus NRW nicht brach.

Beim Düsseldorf Festival feierte der Meister der Magie, Etienne Saglio, mit seinem Stück "Les Limbes - Die Vorhölle" am Mittwoch Deutschlandpremiere. Fast ausverkauft waren die beiden ersten Vorstellungen. Dass keiner so genau wusste, was diese Abende bringen, verriet schon die Zusammensetzung des Publikums: Junge Erwachsene, Paare, Ältere und Alte waren gekommen. Viele von ihnen wohl mit den Worten des Festival-Intendanten Andreas Dahmen im Hinterkopf, dass Saglios Zaubershow "die beste ist, die ich in letzter Zeit gesehen habe". Das Fazit nach einer Stunde der Spannung des Staunens und Schauderns: Erwartungen übertroffen.

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Der Tod betritt die Bühne gesichtslos, trägt einen roten Bademantel und schwebt zugleich als Schweif durch die Luft. Der Mensch lässt sich verführen, aus dem Spiel wird Gefahr. Angezogen von den Zeichen des Lebens, von Fleisch, Blut, Haut und Haar, übernimmt der Tod die Kontrolle und zieht sein Opfer in die Vorhölle. "Limbus" heißt sie und erscheint im Tanzhaus als Videoprojektion mit großartigen Schattenspielen. Mal wirkt es als stehe die Bühne unter Wasser, mal ist sie in Nebel gehüllt. Vivaldis "Stabat Mater" setzt ein und plötzlich fällt ein Körper auf die Bühne. Oder eine Puppe? Etienne Saglio verrät: "Ich habe meine Angst vor dem Tod verarbeitet." Er hat diese Angst faszinierend visualisiert und das Publikum mit ihr verzaubert.

Termin "Les Limbes", letzte Show heute Abend (20 Uhr) im Tanzhaus NRW.

(ball)