Zakk in Düsseldorf: „Poetry Slam ist erwachsen geworden“

Zakk in Düsseldorf : „Poetry Slam ist erwachsen geworden“

Seit dem ersten Slam im Zakk 1997 hat sich viel geändert, 2018 werden zwei junge Frauen das Programm gestalten.

Das Kulturzentrum Zakk ist meist am Puls der Zeit – so war es schon, als das erste Internet-Café Düsseldorfs in den Räumen der alten Fabrik an der Fichtenstraße eröffnete, so war es auch 1997, als der erste Poetry Slam dort stattfand. Die Räume voller PCs haben den Lauf der Zeit nicht überstanden – die Kunstform, mit gereimten oder ungereimten Texten aufzutreten, schon. Die „Poesieschlachtnacht“ an jedem dritten Sonntag im Monat ist zum Ritual geworden; das Zakk war für viele mittlerweile berühmte Slammer und Autoren ihre erste Station. Die Szene ist seitdem gewachsen und hat sich verändert – auch wegen einer neuen Generation von Künstlern. Zwei Vertreterinnen dieser Generation übernehmen dieses Jahr mehr Verantwortung in den Poesie-Aktivitäten des Kulturzentrums.

Die erste Veränderung im Zakk ist eine neue Moderatorin für die „Poesieschlachtnacht“. Seit 2001 hatte Pamela Granderath die Veranstaltung zusammen mit Markim Pause moderiert, ab Mai dieses Jahres übernimmt Sandra da Vina an der Seite von Pause. Die 29-Jährige hat schon den NRW-Slam gewonnen und zahlreiche Auftritte im Fernsehen absolviert. „Es ist eine wahnsinnig große Ehre“, sagt da Vina über ihre neue Aufgabe. „Ich hatte immer wahnsinnig großen Respekt vor Moderatoren. Sie leiten den ganzen Abend und müssen gleichzeitig hinter die Texte der anderen zurücktreten.“

Die „Anderen“ können ihre Texte künftig auch mit der Unterstützung von Aylin Celik schreiben. Sie übernimmt nämlich ab April die hauseigene Schreibwerkstatt des Zakk, Zwischenruf, die an Jugendliche von 14 bis 27 Jahre gerichtet ist.Celik will nicht nur das Entstehen der Texte begleiten, sondern auch die ersten Schritte der angehenden Slammer. „Wie stelle ich das Mikro hin? Wie stehe ich auf der Bühne, wie läuft es bei Touren?“ Solche Fragen will Celik beantworten, die Werkstatt beschreibt sie als „Ort des Austausches und der Kommunikation“. Eine Frage, die bei jungen Autoren heute viel häufiger vorkomme als zu den Anfängen des Poetry Slams, sei: „Kann ich damit Geld verdienen?“ Der Poetry Slam habe sich eben professionalisiert, sagt Christine Brinkmann, die beim Zakk für das Programm Wort und Bühne verantwortlich ist. „Früher gab es Geld für Fahrt und Essen, das Honorar war der Applaus. Heute können manche davon leben“, sagt sie.

Auch der Stil habe sich im Slam verändert, sagt Celik. In den Anfängen sei ernste Lyrik die Basis für Poetry Slam gewesen, auch heute spiele sie eine große Rolle. „Aber Slam ist heute experimentierfreudiger, es ist auch viel Prosa dabei.“ Ein Spannungsfeld sei heute dabei – zwischen Lyrik und Prosa, aber auch zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Sandra da Vina findet das gut, für sie ist Slam eben erwachsen geworden. „Die Mischung macht‘s, davon lebt das Format“, sagt die künftige Slam-Moderatorin.

Info Am 29. Januar, 20 Uhr, feiert die neue Moderatorin der „Poesieschlachtnacht“, Sandra da Vina, Premiere mit ihrem Programm „Da Vina takes it all“ im Zakk. Tickets gibt es im Internet unter: www.zakk.de