Wolf Danny Homann spielte in Düsseldorf und jetzt in "Polizeiruf 110"

Düsseldorfer Schauspieler : Von der Theaterbühne zum „Polizeiruf 110“

Nach seinem Engagement beim Schauspielhaus besetzt Wolf Danny Homann am Sonntag eine Hauptrolle in der ARD-Krimiserie.

Im „Tatort“ und bei „Soko“ war er schon zu sehen, am Sonntag spielt Wolf Danny Homann eine Hauptrolle im ARD-Krimi „Polizeiruf 110 – Die Lüge die wir Zukunft nennen“. Der 29 Jahre alte Kölner war drei Jahre lang Gast im Schauspielhaus-Ensemble. Zuletzt stand er für „Die Dreigroschenoper“ und im Juli für „Michael Kohlhaas“ auf der Bühne. Aktuell fokussiert der Schauspieler sich auf Film- und Fernsehrollen. In dem Krimi, der Sonntag, 20.15 Uhr im Ersten zu sehen ist, bildet er ein Ermittlerteam mit Polizeioberkommissarin Elisabeth Eyckhoff, verkörpert von Verena Altenberger.

In der neuen Polizeiruf-Folge soll eine Gruppe von Polizisten ein Unternehmen überwachen, das im Verdacht steht, illegalen Insiderhandel an der Börse zu betreiben. Als sich das bewahrheitet packen die Beamten die Gelegenheit beim Schopfe und legen selbst Geld an. Zuerst scheint der Gewinn enorm, aber bevor die Polizisten ihre Aktien gewinnbringend abstoßen können, werden diese eingefroren. Es besteht die Gefahr, dass sie ihr gesamtes Geld verloren haben. Homann übernimmt in dem Fernsehfilm die Rolle des Ermittlers Lukas Posse, der für die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) arbeitet. Mit Oberkommissarin Elisatbeth Eyckhoff  soll er gegen ihre Kollegen ermitteln. Was als moralisches Dilemma für die Oberkommissarin beginnt, spitzt sich sehr bald zu. Es gehe plötzlich nicht mehr nur um Freundschaft und Verrat. „Jede Szene hat seine eigene Explosionskraft und ist Teil einer Spirale aus Verrat, Gier, Leben und Tod, die sich immer tiefer in die Abgründe der einzelnen Charaktere schraubt“, sagt Homann.

Zwar spielte Homann mit „Tatort“ und „Soko“ in diesem Jahr schon in zwei bekannten Krimiserien mit, seine Rollen wähle er aber nicht aufgrund des Genres aus. „Das Drehbuch muss mich begeistern“, sagt der 29-Jährige. Im Sommer hat er beispielsweise die historische Serie „Haus Kummerfeld“ gedreht. „Wichtig ist mir, dass die Geschichte so spannend ist, dass ich es in einem Rutsch durchlesen möchte.“ Das Drehbuch zur aktuellen Polizeiruf-Folge stammt von Günter Schütter, der neben vorherigen Fernsehkrimis der Reihe auch Drehbücher für den „Tatort“ oder für die Fernsehserie „Der Fahnder“ schrieb. „Es ist großartig. Es steckt voller Ideen und Überraschungen, mit ganz viel Liebe zu jedem einzelnen Charakter.“ Die Figur des Lukas Posse sei sehr genau und pflichtbewusst, sagt der 29-Jährige. „Er muss dann aber auch sehr schlucken, als er merkt, welche Dimensionen der Fall annimmt.“

Auch die Zusammenarbeit mit dem Regisseur und mehrfachen Grimme-Preisträger Dominik Graf hat den Kölner Schauspieler begeistert. „Es war ein Privileg und eine große Freude mit ihm zusammenzuarbeiten“, sagt er. „Dominik Graf wirft einen tiefen Blick hinter die Fassaden von Charakteren und spielt wunderbar damit, was man preisgibt und was nicht.“ Die Polizeigruppe, die selbst kriminell wird, „gibt uns die Möglichkeit in uns selbst hineinzuschauen und zu überprüfen, wie wir gehandelt hätten und auf welcher Seite wir stehen“, sagt Homann. Gedreht wurde im April und Mai in München und Umgebung. Sein Engagemt am Schauspielhaus kann Wolf Danny Homann derzeit nicht weiterführen, weil es zu viele Überschneidungen mit Film- und Fernsehangeboten gebe, sagt er.  „Mich reizt aktuell das nuancierte Spiel vor der Kamera“, so der Schauspieler, „wo schon das leichte Heben einer Augenbrauen gesehen wird.“ Aktuell steht der Kölner für einen weiteren Krimi aus der ZDF-Serie „Wilsberg“, vor der Kamera.

Die drei Spielzeiten, die er am Düsseldorfer Schauspielhaus aktiv war, hat er in sehr guter Erinnerung. „Ich bin damals mit Wilfried Schulz, dem neuen Intendanten, ans Haus gekommen“, erinnert sich Homann. „Das war ein wunderbarer Startschuss für Neues. Ein Teil davon zu sein war toll.“ Obwohl er als Schauspieler derzeit den Fokus auf Film und Fernsehen legt, habe er das Theaterspielen auf keinen Fall ganz abgehakt. In „Die Groschenoper“ ist er noch einmal am  26. Dezember am Gustaf-Gründgens-Platz zu sehen.