1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Kultur

"Wanda, mein Wunder" zeigt ein ernstes Thema in leichter Verpackung

NRW-Filmpremiere in Düsseldorf : Ein ernstes Thema in leichter Verpackung

Der Film „Wanda, mein Wunder“ feierte im Bambi-Kino jetzt Premiere. Die Schweizer Regisseurin Bettina Oberli gab Einblicke in ihre Arbeit zu einem spannenden Film.

Die alleinerziehende Wanda reist regelmäßig von Polen in die Schweiz, um Josef zu pflegen und dessen Frau Elsa im Haushalt zu helfen. Das gut situierte Paar lebt gemeinsam mit ihrem erwachsenen Sohn Gregor in einer Villa mit Seeblick. Während Tochter Sophie nur zu besonderen Anlässen zuhause vorbeischaut.

Soweit, so normal für Familien, die Pflegekräfte aus Osteuropa beschäftigen. Doch was Elsa und ihre Kinder nicht ahnen, der auf Wandas Hilfe angewiesene Josef bezahlt die zweifache Mutter für nächtliche Intimitäten. Als Sophie Geld bei Wanda findet, glaubt sie die Polin habe gestohlen. Um nicht die Wahrheit sagen zu müssen, verlässt Wanda die Familie und kehrt zurück zu ihren Kindern, die bei den Großeltern leben. Wieder Zuhause stellt sie fest, dass sie von Josef schwanger ist.

Bettina Oberli erzählt ihre Geschichte unaufgeregt, immer nah an ihren Protagonisten. „Ich wollte ein ernstes Thema leicht verpacken“, sagt die Regisseurin beim Besuch im Bambi-Kino zur NRW-Premiere am Donnerstagabend. „Mich hat es einfach interessiert, wie es für die Frauen ist, die regelmäßig ihre Heimat verlassen, um in der Schweiz oder in Deutschland Menschen zu pflegen“, sagt sie. In der Regel dürfen die Helferinnen drei Monate im Land bleiben und müssen dann wieder zurück nach Polen, Ungarn oder Tschechien, um danach erneut für drei Monate wieder einreisen zu können. „Wanda bekommt einen sehr intimen Einblick in die Familie. Als sie schwanger wird, bringt es das fragile Gefüge vollkommen durcheinander und die Lebenslügen aller werden offen sichtbar“, fasst Oberli zusammen. Die Idee zum Film hatte die Schweizerin bereits 2015. Gedreht wurde 2019. „Eigentlich hätte der Film Anfang 2020 in die Kinos kommen sollen, aber bislang waren wir nur auf Festivals damit und meistens konnten wir ihn nur digital zeigen“, bedauert die Regisseurin. Das Publikum am Premierentag war begeistert und konnte von eigenen Erfahrungen als Pflegerinnen berichten.

  • Das Kino in Kleve.
    Preise steigen teilweise : Klever Kino führt Logenplätze ein
  • Hauptdarsteller Benno Wienands (links), Autorin Renate
    Filmdreh : Ein Hauch von Hollywood in Haldern
  • In Monheim können interessierte Bürger die
    Streit in Hilden : Politik watscht Verwaltung beim Thema Rats-TV ab
  • Jake (Sam Worthington) und Neytiri (Zoe
    „Avatar“, „Top Gun“, „Black Panther“ und Co. : Das sind die Höhepunkte des Kinojahres 2022
  • Josef Moll-Thissen (stehend links) auf einer
    Derbystar-Geschichte : Im Gefängnis fing alles an
  • Trine Dyrholm als Margarethe in „Die
    „Die Königin des Nordens“ : Rückkehr des totgeglaubten Sohns

So ernst das Thema ist, so unterhaltsam setzt Oberli es mit ihrem gut aufgelegten Cast um. „Wir wollten, niemanden lächerlich machen, aber auch nicht zu bierernst daherkommen“, so die Filmemacherin. Damit trifft sie genau den richtigen Ton und zeigt außerdem, welch wichtige gesellschaftliche Rolle Helferinnen aus dem Ausland oft übernehmen. „Corona hat uns wie ein Brennglas darauf aufmerksam gemacht was passiert, wenn sie nicht kommen können und wie sehr viele auf ihre Unterstützung angewiesen sind“, bilanziert Bettina Oberli.

 Info Zodiac Pic, Schweiz 2020, Regie: Bettina Oberli, mit Agnieszka Grochowska, Birgit Minichmayr, André Jung u.v.m., 110 Min.; das Bambi-Kino, Klosterstr. 78, zeigt „Wanda, mein Wunder“ tgl. um 16:30 Uhr und 19 Uhr.