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Düsseldorf: Wagners Original-Flügel steht bei Steinway

Düsseldorf : Wagners Original-Flügel steht bei Steinway

Noch bis Samstag können Besucher das legendäre Instrument des Komponisten anspielen.

Die Aura Richard Wagners – man kann sie weder riechen, noch schmecken, fühlen, nicht einmal hören. Aber doch umfängt sie den Besucher, der sich jenem Flügel nähert, der da im Steinway-Haus mitten unter seinesgleichen steht. Er ist alt, über 130 Jahre. Statt schwarzer Hochglanzlackierung schimmert das Braun des Holzes durch, der massige Korpus trägt die Spuren der Zeit. Manche Macke adelt die gedrechselten und reich verzierten Füße, doch der dekorativ geschnitzte Notenschlitten ist ebenso unversehrt wie die elfenbeinerne Tastatur und erst recht das gusseiserne Innenleben. Seit 1876 steht dieses Instrument in der Villa Wahnfried in Bayreuth, eine Sonderanfertigung des Hauses Steinway New York für den Meister aus Anlass der ersten Bayreuther Festspiele.

Der Steinway mit der Opus-Zahl 34304 weist eine Inschrift auf: "Festgruß aus Steinway-Hall an Richard Wagner 1876" steht in goldenen Lettern über den Tasten. Wagner wird sie und sich bewundert haben dafür, als er seinen ersten "Ring" in Szene setzte, als er später den Parzival auf diesem Flügel komponierte. Liszt und viele seiner Kollegen haben das Instrument gespielt, das nach wie vor alles andere als ein Museumsstück ist. Nicht nur in Bayreuth, wo gerade Wagners Heimstatt renoviert wird, auch auf der vom Hause Steinway und der Wagner-Stiftung organisierten Promotion-Tour für den Umbau des Wagner-Museums durch die fünf Steinway-Häuser in Deutschland, wird der Flügel selbstverständlich erklingen. Morgen kommt Sven Friedrich, Vorsitzender der Wagner-Stiftung, zu einem Vortrag nach Düsseldorf, zu dem Wagner-Stipendiaten in die ehrwürdigen Tasten greifen.

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Auch Walther Steindlegger, Chef des Düsseldorfer Steinway-Hauses, holt beherzt Klänge aus dem Tannhäuser aus dem Instrument, das ein erstaunlich großer Ton, wunderbar klare Bässe und eine direkte Höhe charakterisieren. Richard Wagner jedenfalls hatte allen Grund zu schwärmen. Und Steindlegger selbst schwärmt ebenfalls: "Dieses D-Modell ist über 130 alt und klingt nach wie vor fantastisch. Steinway war damals wie heute, 160 Jahre nach Gründung des Unternehmens in New York, das Nonplusultra des Klavierbaus."

Steindlegger freut sich auf Neugierige, die den Wagner-Flügel besichtigen und anspielen wollen. Bis Samstag ist dazu Gelegenheit, bevor das Instrument weiterreist und mit ihm Spenden für den Umbau des Wagner-Museums gesammelt werden sollen. Am Ende der Tour wird der Flügel in Hamburg überholt, bevor er nach Bayreuth reist, ins Zentrum der Wagner-Verehrung.

INFO bis Samstag, 9. November, im Steinway-Haus, Immermannstraße 14-16. Öffnungszeiten Mo-Fr 10-19, Sa 10-16

(RP)