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Düsseldorf: Viel Wind und jede Menge Leichen

Düsseldorf : Viel Wind und jede Menge Leichen

Das Theaterkollektiv Subbotnik bot in den Kammerspielen eine "Helden"-Saga.

Der Königssohn Jason, seine Argonauten und das Goldene Vlies. Das ist eine Geschichte aus der griechischen Mythenwelt, die mit der Königstochter Medea und deren Ermordung der eigenen Kinder ihr furchtbares Ende findet. Im FFT zeigt das Theaterkollektiv Subbotnik, wie man diese Sage zu einer anrührend modernen Story umwandeln kann. Ein Chor von Schülern des Cecilien-Gymnasiums, der Dieter-Forte-Gesamtschule und der Mülheimer Willy-Brandt-Schule füllt die Bühne. Eine gute Stunde lang erzählen die Kinder und Jugendlichen, was sie unter dem Begriff "Helden" verstehen. Und produzieren dabei jede Menge Leichen.

Es ist ein Zusammenspiel von Bildern, Erzählung und Musik, was die Subbotnik-Mitglieder Kornelius Heidebrecht, Martin Kloepfer und Oleg Zhukov mit den jungen Darstellern in Szene setzen. Posaunen, Schlagzeug und Pauke führen leitmotivisch durch die Handlung. Ein zweites Leitmotiv sind starke Sätze, aus der Jason-Geschichte herausgeschält und nonchalant, ganz ohne Feierlichkeit, präsentiert. "Ein König, der nichts tut, ist schwach", heißt es da, ins Bild gesetzt von einem schlappen Erwachsenen mit Pappkrone auf einem Kinderstuhl. An anderer Stelle fällt das Licht auf eine kauernde weibliche Gestalt: "Alte Frauen, die irgendwo rumstehen, sind immer die Göttin Hera."

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Die von Subbotnik eingesetzten Mittel sind eine Mischung aus einfachen Gegenständen und der professionellen Maschinerie des Theaters. Beim Kampf mit dem feuerspeienden Drachen, der das Goldene Vlies bewacht, sorgt die mächtige Windmaschine für Wirbel. Dann aber reicht eine einzige Flasche Wasser, um einen ganzen Fluss herbeizuzaubern. Beim Durchschreiten dieses Wasserlaufs verliert Jason eine Sandale. Sie taucht wenig später wieder auf, am Fuß von Medea.

Mit dieser und anderen tollen Ideen, dazu enormer Spielfreude sorgen die Darsteller für Begeisterung beim Premierenpublikum. Nach "Götter" bildet "Helden" den zweiten Teil der Subbotnik-Trilogie über die Mythen des Altertums. Der selbstironische Name des Kollektivs stand in der Sowjetunion für Extra-Arbeit: "Freiwillig und im Dienst der Gemeinschaft."

(RP)