Unternehmensberatung PWC: Das Beste aus zehn Jahren Kunstförderung

Ausstellung :  Junge Kunst im Bürohaus

Die Unternehmensberatung PWC zeigt das Beste aus zehn Jahren Kunstförderung.

Kühl, modern und nicht gerade einladend wirkt das Entrée des Bürokomplexes an der Moskauer Straße, eine zeitgenössische Zweckarchitektur eben – wenn nicht gerade eine Kunstausstellung mit Akademieabsolventen in dem hohen, verglasten Raum stattfinden würde. Schon der Windfang ist großflächig mit einer Arbeit aus Eierkartons der Künstlerin Jennifer López Ayala ausgelegt. In der Halle wird der Gast dann mit verschiedenen Installationen, Plastiken und auch klassischer Malerei empfangen.

Seit zehn Jahren vergibt die Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfung Pricewaterhouse Coopers (PWC) den Kunst-Förderpreis „Junge Kunst aus der Akademie“, nach Kriterien wie Kreativpotenzial, Material oder Handwerk. Was erst einmal nach Beratersprech klingt, erschließt sich sehr schnell in der Ausstellung, sind die Arbeiten doch erstaunlich heterogen. Die Bandbreite reicht von Videokunst über Malerei bis hin zu raumgreifenden Installationen. Die Förderung von jungen Künstlern durch PWC ist nicht ganz uneigennützig, auch der immer stärker werdende Wettbewerb um Fachkräfte spielt eine Rolle. Städte und Unternehmen müssten nicht nur wirtschaftlich stark sein, sondern auch kulturell lebendig, um für Leistungsträger attraktiv zu bleiben, sagt Standortleiterin Antje Schlotter.

Beim Eintreten in die Empfangshalle fällt sofort ein sich stetig verändernder Schatten auf dem Boden auf. Das Sonnenlicht fällt durch eine zwei Meter große Stahlscheibe, die sich langsam dreht und immer neue Muster auf den Boden wirft. Mit dieser Arbeit gewann Christian Theiß, ein Schüler von Akademie-Professorin Rosemarie Trockel, 2011 den Förderpreis von PWC.

Um urbane Raumerfahrungen geht es dem letztjährigen Preisträger Aljoscha Lahner. Zu sehen ist ein Video, das gleichzeitig zwei Perspektiven auf einen Läufer zeigt. Dieser rennt die Stadtmauer der toskanischen Stadt Lucca ab. Atemgeräusche und Schritte sind zu hören, das erinnert an Computerspiele. So bricht Lahner Genregrenzen auf, gleichzeitig verschwimmt die Trennlinie zwischen virtuellem und dokumentiertem Raum.

Momente der Absurdität sammelt und diskutiert Andrea Macellier in ihrer künstlerischen Intervention. An vier Tagen baute sie für vier Stunden täglich Papierflieger, die sie in den Innenhof des PWC-Bürogebäudes segeln ließ. Nach vier Stunden sammelte Macellier die Flieger wieder ein, um sie an einer Stelle in der Halle aufzutürmen. Herauskommt ein sinnentleerter und absurder Papierberg inmitten eines rational handelnden und gewinnmaximierten Geschäftsbetriebes.

Info Die Ausstellung „Follow Up“ ist bis zum 2. August bei Pricewaterhouse Coopers, Moskauer Straße 19, zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr

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