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Unbekanntes Oratorium "Saul" in der Tonhalle

Unbekanntes Oratorium in der Tonhalle : Oratorium „Saul“: Musik in voller Blüte

Das Oratorium „Saul“ des deutschen Romantikers Ferdinand Hiller wurde in der Tonhalle wiederentdeckt. Der Düsseldorfer Musikverein bot eine starke Leistung.

In Vergessenheit ist schon so manche Komposition geraten, oft aus gutem Grund. Bei dem Oratorium „Saul“ des deutschen Romantikers Ferdinand Hiller liegt der Fall anders. Hiller war Jude, und die Nationalsozialisten belegten Werke jüdischer Komponisten mit Aufführungsverboten. Warum das Oeuvre des einstigen Düsseldorfer Musikdirektors – in diesem Amt Vorgänger Robert Schumanns – auch nach dem Krieg in der Versenkung geblieben ist, weiß man nicht so genau. An mangelnder musikalischer Qualität kann es kaum gelegen haben, wie die Wiederentdeckungs-Aufführung durch den Düsseldorfer Musikverein und die Kölner Akademie unter Michael Alexander Willens in der Tonhalle nun gezeigt hat.

Das zweieinhalbstündige Opus über das gespaltene Verhältnis König Sauls zu dem jüngeren David erwies sich als spannungs- und farbenreiches Drama, das keine Langeweile aufkommen lässt und gespickt ist mit melodischen und harmonischen Überraschungen. Das ist eben kein schwächerer Mendelssohn, sondern eine echte romantische Entdeckung. Zwar fehlen ein wenig die Hits. Trotzdem bleibt die Dramaturgie straff.

  • Probe zu "Saul" mit den Solisten,
    Wiederentdecktes Oratorium „Saul“ : Deutsche Romantik pur
  • Pianist Corrado Neri (27) aus Italien
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  • Philipp Anton Heitmann und Musiker der
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  • Die Geigerin Anne-Sophie Mutter.
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Die Ururenkel-Generation seines Musikvereins (Leitung: Dennis Hansel-Dinar) war den chorischen Ansprüchen bestens gewachsen. Dazu produzierte die Kölner Akademie einen warmen, satten Sound. Dirigent Willens hielt die Zügel straff. Erlesen die Solisten: Bariton Thilo Dahlmann verkörperte den König Saul als Helden in der Blüte seines Lebens. Tenor Andreas Post verfügt über ein helles, feines Timbre, das gut zum jungen David passte. Königstochter Michal gab, stimmlich glänzend, die Sopranistin Hanna Herfurtner. Langer Jubel. Lars Wallerang