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Ulrike von Weiß gab ein Orgelkonzert in der Neanderkirche

Orgelkonzert in der Neanderkirche : Rauschendes Tanzgelage

Ulrike von Weiß gab ein Orgelkonzert in der Neanderkirche. Sie spielte ein abwechslungsreiches Programm mit Tanzsätzen aus mehreren Jahrhunderten.

Ulrike von Weiß, Kantorin der evangelischen Kirche Urdenbach, hatte für die siebte „Sommerliche Orgelvesper“ in der Neanderkirche ein Programm vor allem mit Tanzsätzen zusammengestellt. Sie ist auf diesem Gebiet so etwas wie eine Spezialistin, sie ist ja auch in Ensembles engagiert, die einerseits Alte Musik und andererseits Folkmusik spielen.

Bourrée, Gavotte und Gaillarde – solche Tänze kennt die Musikgeschichte seit Jahrhunderten. Ulrike von Weiß hatte einige dieser Art aus einer Sammlung des frühbarocken Komponisten Michael Praetorius ausgewählt und zu einer abwechslungsreichen Suite zusammengestellt. Da ließen bereits die ersten Takte aufhorchen, nicht nur wegen ihrer Lautstärke, sondern auch wegen ihrer rhythmischen Verschiebungen, die von der Organistin äußerst präzise artikuliert und musikalisch ausgekostet wurden. Sie nutzte außerdem die reichen Registrierungsmöglichkeiten der Neanderkirchen-Orgel, um mit Flöten- und Zungenregistern kräftige Kontraste zu erzeugen. Auch bei zwei Sonaten von Domenico Scarlatti kehrte sie die tänzerische Seite der Musik mit ihrer perlenden Art die Tasten zu spielen heraus.

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Damit nicht alles nur „Tanzen und Springen“ war, spielte Ulrike von Weiß in der Mitte des Programms ruhigere, ja lyrische Musik, bei der es mehr um „Singen und Klingen“ ging (wie es in einem alten Madrigal heißt). Hier gab es neben Alter Musik auch Musik der vergangenen Jahrzehnte zu hören, die der Popmusik und dem Neuen geistlichen Lied nahe standen.

Nachdem schon der erste Praetorius-Block zu Beginn ihres Programms in ein geradezu volksmusikalisches Fest gemündet war, hatte von Weiß beim letzten Programmteil sogar noch eine Steigerung in petto: Die nahtlose Verbindung von Praetorius-Stücken mit Musik aus Mazedonien wurde zu einem rauschenden Tanzgelage mit sich im Kreis drehenden Wiederholungen sowie für den Balkan typischen 7/8-Takten und Tonleitern.

Bei der nächsten Orgelvesper am 11. August spielt Jannik Schroeder von der Oberkasseler Auferstehungskirche Bach, Rheinberger und – im Andenken an dessen 100. Todestag – Camille Saint-Saëns.