Jugendtheater in Düsseldorf: "Treibhaus" - Theater für junge Märchenfans

Jugendtheater in Düsseldorf : "Treibhaus" - Theater für junge Märchenfans

Das soll eine Fee sein? "Du hast ja keine Flügel", bemerkt eine Kleine aus dem Publikum. "Ich kann auch ohne fliegen", kontert Tinkerbell schnippisch. Sie rollt die Augen, zeigt Krallen und Zähne, schneidet Grimassen und macht Krach. Heile Familie, "das ist alles bloß Wendy", höhnt Tinkerbell. Sie trauert – und entbrennt vor Wut, dass sie ihren Freund Peter Pan verloren hat.

Das soll eine Fee sein? "Du hast ja keine Flügel", bemerkt eine Kleine aus dem Publikum. "Ich kann auch ohne fliegen", kontert Tinkerbell schnippisch. Sie rollt die Augen, zeigt Krallen und Zähne, schneidet Grimassen und macht Krach. Heile Familie, "das ist alles bloß Wendy", höhnt Tinkerbell. Sie trauert — und entbrennt vor Wut, dass sie ihren Freund Peter Pan verloren hat.

Die frech herumtollende Fee im Solostück (Xenia Noetzelmann unter Regie von Branko Janack) war nur eine einmalige Angelegenheit, aber auch solche Kleinigkeiten sind bemerkenswert. "Treibhaus-Szene" heißt eine Vorstellungsreihe, bei der sich junge Kräfte des Theaters austoben dürfen, sozusagen in der Familie. Die meisten anwesenden Erwachsenen gehören sowieso zum Haus und haben ihre Kinder und Enkel mitgebracht. Es gibt Popcorn, doch ist es nicht Kino, sondern Bühnenspiel, ein bisschen auch wie beim Kasperletheater einst, interaktiv. Die wilde Fee befremdet und betört die Kinder — und wenn sie im Liebeskummer traurig ist, was macht sie dann? Sie blättert in Büchern und liest vor. Wenn das Märchen von Peter Pan abgehakt ist, dann kommt eben "Die Schöne und das Biest" an die Reihe. Lesen tröstet, bedeutet der irrwitzige Quirlgeist, der so zur Ruhe kommt.

"Tinkerbell" war die erste Produktion in der neuen Reihe "Treibhaus" mit Arbeiten junger Regieassistenten. "Ein offener, kreativer Ort, an dem sich junge Künstler verschiedener Genres treffen, um gemeinsam Projekte zu entwickeln", erläutert das Schauspielhaus.

Das nächste Stück in der Reihe folgt am Sonntag, 24. Juni, 16 bis 16.45 Uhr, im Jungen Schauspielhaus, Münsterstraße 446. Es ist "Max und Moritz" unter der Regie von Nele Weber für Zuschauer ab zehn Jahre.

(RP)