Tonhalle Düsseldorf: Pittsburgh Orchestra mit Igor Levit Igor Levit in der Tonhalle

Musik : Pittsburgh Orchestra mit Igor Levit in der Tonhalle

Es gibt keine Formel im Musikbetrieb, die seit Jahren so oft und nachdrücklich außer Kraft gesetzt wird wie diejenige von den „Big Five“. Sie beschreibt ursprünglich den olympischen Verbund der fünf ruhmreichen US-amerikanischen Orchester in Boston, New York, Cleveland, Philadelphia und Chicago.

Wer sich nur ein bisschen auskennt, der weiß, dass San Francisco, Minnesota oder Los Angeles ebenfalls in der Spitzengruppe angelangt sind. Und ganz sicher auch das Pittsburgh Symphony Orchestra.

Allein der Blick in die Riege der früheren Chefdirigenten lässt einen staunen: Mariss Jansons, André Previn, Fritz Reiner, Lorin Maazel – alles großartige Orchestererzieher mit einem Hang zum Perfektionismus. Von 2005 bis 2008 hatte das Orchester für drei Jahre keinen Chef, es nutzte die Phase zur Selbstbesinnung und -findung. Danach wählten sie Manfred Honeck und sind seitdem rundum glücklich. Der ehemalige Bratscher der Wiener Philharmoniker gilt seit einigen Jahren als Spitzendirigent: uneitel, souverän im Klangempfinden, pingelig ohne Verbissenheit. Zehn Jahre ist er jetzt schon der Boss in Pittsburgh. Eine fruchtbare Ära, die längst noch nicht beendet ist. Honecks Vertrag wurde soeben bis 2022 verlängert. Gesponsert wird das Orchester übrigens vom Ketchup-Konzern Heinz.

Jetzt gastiert das Orchester unter Honeck im Rahmen der Heinersdorff-Konzerte in der Tonhalle. Es spielt die bombastische 5. Symphonie d-Moll von Dmitri Schostakowitsch. Für die CD-Einspielung dieses Werks bekamen Orchester und Dirigent im vergangenen Jahr einen Grammy.

Vor der Pause gibt es in der Tonhalle das Wiedersehen mit einem alten Bekannten, der mittlerweile ebenfalls eine Weltkarriere begonnen hat: der Pianist Igor Levit. Soeben ist seine Gesamtaufnahme aller Beethoven-Sonaten erschienen. Mit dem Pittsburgh Orchestra musiziert er Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert Es-Dur KV 482.