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Veranstaltungs-Tipps: Theater für ein junges Publikum

Veranstaltungs-Tipps : Theater für ein junges Publikum

Drei Theaterstücke über ernste Themen wie Tod, Verbrechen und Moral in der Forschung können Teenager am Wochenende sehen.

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute Am Sonntag startet das Junge Schauspielhaus mit einer irrwitzigen Fabel in die Herbst-Winter-Saison. Die Geschichte: Im Zoo gibt es einen neuen Bewohner - einen Bären. Er ist in das ehemalige Gehege des Nashorns eingezogen, das eines Tages einfach tot dalag. Woran ist das Nashorn gestorben? Der Bär beobachtet weitere merkwürdige Dinge im Zoo. Wieso sind die Zebras auf der anderen Seite des summenden Zauns so dünn und gehen auf zwei Beinen? Warum ist der Pavian so abweisend? Statt Antworten auf seine Fragen bekommt der Bär vom Pavian nur die Anweisung: Schau nicht hin. Die Fabel "Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute" spielt vor einem wahren Hintergrund: 1938 wurde am Rande des Konzentrationslagers Buchenwald ein Zoo errichtet. Der Tierpark sollte den Wärtern, ihren Familien und den Bewohnern der Stadt Weimar zur Zerstreuung dienen. Die im Stück behandelten Kernfragen sind noch immer hochaktuell: Hinsehen oder wegsehen? Die Geschichte von Jens Raschke wurde 2014 mit dem Deutschen Kindertheaterpreis ausgezeichnet.

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Faust - ein Traum Mit "Faust - ein Traum" geht das Düsseldorfer Marionetten-Theater in die neue Spielzeit. Bei dieser freien Puppenspielbearbeitung des alten Faust-Themas steht die aktuelle und vieldiskutierte Frage nach der moralischen Verantwortung unbegrenzter Forschung im Mittelpunkt. Die Gewissensentscheidung des modernen Wissenschaftlers bildet den Rahmen für einen äußerst fantastischen Traum. Zum Inhalt: Vor der nächtlichen Kirchenruine halten böse Geister ihre Versammlung ab. Da beauftrag der Satan seinen Diener Mephisto, die Seele des Forschers Faust zu gewinnen. Also versucht Mephisto, Faust mittels Völlerei, Eitelkeit und Unzucht zur Unterzeichnung des Vertrages zu locken. Das Marionetten-Theater bringt das alte Faust-Thema zeitgemäß für Erwachsene und Jugendliche ab zehn Jahren auf seine Bühne.

Gespenster Auf der Bühne im Forum Freien Theater holt das Theaterkollektiv "Markus & Markus" am Sonntag die Themen Tod und Sterbehilfe in den Vordergrund. "Markus & Markus" hat vor einem Jahr die damals 81-jährige Margot mit der Videokamera in die Schweiz begleitet - dorthin, wo einige Organisationen Sterbehilfe leisten. Was sehen die Besucher nun auf der Bühne? Was soll ein Theater zeigen? Wie wahr, wie nah, wie ernst darf ein Stück sein? Wer ist Voyeur, wer ist Zeuge, was ist Kommerz, was ist Humanismus?

In ihrem Stück setzt das Kollektiv "Markus & Markus" einem Menschen, den sie und das Publikum vorher nicht kannten, ein Denkmal und fordern auf, die Themen Tod und Sterbehilfe zu diskutieren. Der Titel "Gespenster" verweist auf das Familiendrama von Henrik Ibsen. In diesem Original bittet Sohn Osvald seine Mutter, ihm zum Sterben zu verhelfen. Sie zweifelt. Und mit ihr zweifeln noch immer Gesellschaften überall auf der Welt, ob es ein Grundrecht auf selbstbestimmtes Sterben gibt. Das Stück "Gespenster" soll für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet sein.

(RP)