Düsseldorf: The Gaslight Anthem - nur irgendeine Band

Düsseldorf : The Gaslight Anthem - nur irgendeine Band

Mit " The '59 Sound" eröffnen The Gaslight Anthem ihr Konzert und gerne hätte man diesen wahrlich großen Song noch einmal zum Schluss gehört.

Das Schlagzeug ist übersteuert, Sänger Brian Fallon bruchstückelt sich durch die Lautsprecher. Man möchte ihnen jetzt einmal aufmunternd auf die Schultern klopfen, das hatten sie nicht verdient.

Schon einmal spielten The Gaslight Anthem in der Mitsubishi Electric Halle, vor über drei Jahren war das, damals noch als Vorgruppe der Punklegenden Social Distortion. Nun sind sie zurück, sie bestreiten das Hauptprogramm, aber wenn sich Brian Fallon an die Begegnung mit den Vorbildern erinnert, sagt er, dass er das noch immer nicht fassen könnte. The Gaslight Anthem päppeln Springsteens kumpeligen Stadionrock mit dem Instrumentarium der schnurstracksen frühen Punkmusik auf.

Das Schlagzeug trägt krachend auf jeder Viertelnote, die Gitarristen tragen Bluejeans zu tätowierten Unterarmen. Mit stets heiserer Stimme singt Fallon über Liebe, Freundschaft und Oldtimer-Autos mit Klappverdeck. Zu The Gaslight Anthem kann man Arm in Arm singend durch dunkle Gassen stolpern. In Oberbilk recken die Fans ihre Zeigefinger auf jeder Endsilbe noch entschlossener in die Höhe. Im Verlauf des anderthalbstündigen Konzertes wird der Sound besser, an den hymnischen Tonfall ihrer vier Alben aber reicht er leider nie heran.

Eine Zuschauerin sieht das Quintett zum vierzigsten Mal, als Sänger Fallon sie in den ersten Reihen entdeckt, geht er zu ihr hin. Die Band hat ihr ein signiertes Schlagzeugfell vorbereitet, einen Titel wünschen darf sie sich auch. Sie solle der Konzerte wegen nicht ihren Job verlieren, bittet Fallon noch, dann bescheiden: Sie seien doch nur irgendeine Band.

(RP)
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