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Studierende der Kunstakademie Düsseldorf bespielen Kunstpalast-Instagram

#serviceklasse @kunstpalast : Freie Bahn für Kunststudierende

Der Kunstpalast hat seinen Instagram-Kanal in die Hände junger Kunstakademie-Studierender gegeben. Die hatten sich zur Vorbereitung der Aktion eine Woche lang im Haus aufgehalten.

Auf dem Instagram-Feed des Kunstpalastes ist am Montag eine nach links geöffnete, schwarze Klammer aufgetaucht. Sie markiert den Beginn von etwas Neuem: Für eine Woche übernehmen Studierende der Kunstakademie Düsseldorf die Kommunikation auf dem Account. Hintergrund: Der während des Corona-Lockdowns geschlossene Kunstpalast konnte nur online ausstellen – das sollte durch virtuelle Ausstellungsräume erweitert werden.

Deswegen wurde den Studierenden die „Carte blanche“ für die Bespielung des Kanals erteilt. „Der Instagram-Account des Kunstpalastes wird temporär als digitale Ausstellungsfläche für ihre künstlerische Arbeit zur Verfügung gestellt“, sagt Felix Krämer, der Generaldirektor des Kunstpalastes.

Zu sehen sind bis jetzt Fotografien, Videoclips und dokumentarische Arbeiten. „Wir haben ganz unterschiedliche Ansätze“, erklärt Fabian Sokolowski, einer der Studierenden. Er selbst hat bisher drei Fotos hochgeladen: Eins zeigt ein von Algen begrüntes Glas mit einer schwarzen, länglichen Spur darauf. Zwei andere präsentieren Wände mit übermalten und verwischten Stellen. „Hier im Haus hängen viele gerahmte Bilder, aber es gibt eben auch noch andere Bilder, die betrachtenswert sind“, sagt Sokolowski. Für ihn sind das Fundstellen aus dem Alltag, die keine bewusst errichteten Kunstwerke sind, aber dennoch Bildhaftigkeit bieten.

Zwei seiner Kommilitoninnen haben Archivmaterial des Kunstpalastes mit Textschnipseln kombiniert und dokumentieren so etwa den Brand des Gebäudes im Jahr 1993. Ein anderes Kunstwerk zeigt in einer Videosequenz den Aufbau eines „Chipsringes“, also zu einem Ring zusammengesetzte Kartoffelchips. Der Unterschied zu den Videos der „Chips Ring Challenge“ auf Youtube: Das Ganze ist ästhetisch in Stop-Motion aufgenommen.

Für die jungen Künstlerinnen und Künstler ist es eine neue Erfahrung, Kunstwerke nicht materiell, sondern rein digital zu erschaffen. Sie alle stellen mit den Posts ihre eigene Perspektive auf den Kunstpalast dar – die sich in den vergangenen Wochen bei dem ein oder anderen geändert hat. „Wir waren natürlich alle schon öfter dort, um Ausstellungen zu besuchen“, sagt Sokolowski. Das Projekt habe aber nochmal einen anderen, persönlicheren Blick auf das Haus ermöglicht: „Schon allein durch die Führung, die wir im Anfang bekommen haben und die vom Zimmer des Generaldirektors bis in den Keller gereicht hat.“ Außerdem haben die Studierenden eine Woche in einem leerstehenden Ausstellungsflügel verbracht, um das Projekt zu planen, sich auszutauschen und Ideen zu entwickeln. Was dabei alles entstanden ist, wird bis Sonntag auf Instagram gepostet: Dann wird sich die schwarze, rechteckige Klammer wieder schließen.

Info Zu sehen sind die Posts auf dem Instagram-Account des Kunstpalasts (@kunstpalast) unter dem Hashtag #­serviceklasse.