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Start für Beethoven-Schubert-Reihe in der Düsseldorfer Tonhalle

Konzert in der Tonhalle : Start für Beethoven-Schubert-Reihe

Die Düsseldorfer Symphoniker unter Adam Fischers schaffen große musikalische Sinnesfreuden. Der Dirigent versteht es, Strenge mit Freiheit zu verbinden – wie auch Beethoven es tat.

Das mit dem reihenweise raus, das üben wir nochmal. Bei der Premiere des Versuchs, ein 1000-köpfiges, maskiertes Tonhallen-Publikum Reihe für Reihe aus dem Saal zu komplimentieren, damit an Türen und auf Gängen keine ungebührliche Nähe zwischen einander fremden Personen entstehe, geht es wenig gesittet zu. Die einen wollen sitzenbleiben, gerade in der (überflüssigen) Pause, andere nicht so lange warten, bis sie dran sind. Gleichwohl hält sich das Unwohlsein in Grenzen.

Das lag und liegt ganz sicher auch an Adam Fischer, dem Liebling der Düsseldorfer Klassik-Fans, der mit seinem ersten Konzert im Rahmen seines jüngst verlängerten Vertrags als Chef der Düsseldorfer Symphoniker auch ein Versprechen auf weitere schöne Zeiten abgibt: eine bis 2028 terminierte Reihe von Schubert- und Beethoven-Sinfonien in der Kombination 1/9, 2/8 und so weiter. Weil Beethoven 9 gerade wegen Großchorverbot nicht geht, fängt man eben in der Mitte an, bei 5/5. Das tut also schicksalsschwanger nach „Tatatataa“ und fördert auch in verkleinerter Streicherbesetzung wunderbare Details zutage, weil Fischer eben ein Fan von Freiheit und Strenge zugleich ist, wie Beethoven sie zu verschmelzen wusste und wie Fischer sie in seinem Dirigat ineinanderfügt. „Sein“ Orchester braucht inzwischen kaum mehr taktstockspitzpräzise Impulse, um einen Auftakt gemeinsam hinzukriegen. Fischer kann sich ums Organische kümmern, ums gemeinsame Atmen und das Luftanhalten, wenn es gilt, Spannung zu steigern, Grenzen zu verdeutlichen, Neues zu beginnen. Im Andante blüht der ganze Kosmos Beethovens auf, im Scherzo geht das Ausrufezeichen-Gerumpel der Celli auch mal gründlich daneben. Doch Fischer formt ein Ganzes, das das Geniale sinnesfroh erfahrbar macht. Toll.

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Schuberts 5. dagegen wirkt blass, trotz lichten Klangs, vieler gefälliger Einzelheiten. Immer wieder bemüht Fischer den Zauber des Innehaltens, wirkt wie ein Dompteur, lässt bisweilen das Tempo ermüden, hat Mühe, mit lautstarkem Fußgetrappel den Puls wieder zu beschleunigen. Romantik grüßt allenfalls aus der Ferne, und selten wie eine Verheißung.

Info Nächstes Konzert am Montag, 28. September, 20 Uhr, Tonhalle. Karten unter Tel. 0211 91387538.