Zehn Künstler vor der Jury Sound-Erlebnis im dunklen Kinosaal

Düsseldorf · Zum dritten Mal findet das „Sound Cinema“ statt. Im Filmkunstkino an der Schneider-Wibbel-Gasse werden Besucher hören statt sehen und in die akustischen und klangexperimentellen Beiträge auch zum Thema „Isolation“ eintauchen.

 Kino, aber die Leinwand bleibt leer? Beim Sound Cinema geht es um die Klänge, die Tonaufnahme steht hier im Vordergrund.

Kino, aber die Leinwand bleibt leer? Beim Sound Cinema geht es um die Klänge, die Tonaufnahme steht hier im Vordergrund.

Foto: dpa/Christoph Soeder

Der weiche Kinosessel, die gedämpfte Umgebung der samtenen Wände und der Sound, mit dem die heimische Anlage nicht mithalten kann: Das alles macht Kino aus. Das alles macht aber auch das „Sound Cinema“ aus, nur eben mit einer leeren Leinwand. Am 14. Oktober findet die Veranstaltung nun bereits zum dritten Mal statt. Hier treten Künstler mit experimenteller Musik oder elektroakustischer Klangkunst in zwei Kategorien gegeneinander an. Sowohl das Publikum als auch eine Fachjury küren die Sieger.

Die Besucher können sich hier ganz auf das Medium der Tonaufnahme fokussieren. Sie ist hier nicht nur Begleitung zu Film oder Performance, sondern ganz eigenständig. Aus rund 120 Einreichungen wurden die besten zehn ausgewählt, alle mit einer maximalen Länge von zehn Minuten. Neben einer freien Kategorie, in der alle Spielarten von Musik, Collage oder narrativen Formaten vertreten sein können, gibt es in diesem Jahr auch einen Schwerpunkt.

In der Kategorie „Isolation“ treten Werke an, die sich mit den psychischen und sozialen Auswirkungen der Corona-Schutzmaßnahmen auseinander setzen, „ein Phänomen zwischen Einschluss und Ausschluss, Progressivität und Regression, Meditation und Depression, kreativer Kontemplation und Einöde“, wie es im Begleittext heißt. Denn Isolation, sei sie nun pandemiebedingt oder nicht, ist eine eindrückliche Erfahrung für Menschen, die sich ja alle als Individuen inmitten von Umwelt und sozialem Umfeld wahrnehmen. Fehlt „das Andere“, hat das Folgen. Welche das sind, werden die Beiträge in akustischen Reizen versuchen umzusetzen.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 14. Oktober, ab 19 Uhr im Cinema-Filmkunstkino an in der Schneider-Wibbel-Gasse statt. Tickets und weitere Informationen zum genauen Programm gibt es online.

Zum ersten Mal wird das eigentliche Festival durch eine wissenschaftlich-künstlerische Vorveranstaltung begleitet. Knapp eine Woche vor dem Wettbewerb konnten Besucher von „Sonotopien – Klang und Raum in der elektroakustischen Musik“ im NRW-Forum sich bereits mit den Klangwelten bekannt machen. Bei der interdisziplinären Veranstaltung mit Sound-Performance, Gesprächsrunde und Vortrag ging es besonders um das Verhältnis von Räumlichkeit und Klang. Der Eintritt hier ist frei.

Das „Sound Cinema“ ist ein Recorded‐Sound‐Festival für experimentelle Musik und elektroakustische Klangkunst, das gemeinsam von Studierenden und Dozierenden des Instituts für Medien- und Kulturwissenschaft der Universität Düsseldorf organisiert wird. Die Veranstaltung wird durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.