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Sophie's World Music beim Heimatsommer in Düsseldorf

Heimatsommer : Konzert statt Hochzeit

Ein besonderer Auftritt von „Sophie’s World Music“ beim Heimatsommer am Donnerstag. Frontfrau Maya Lisa und Schlagzeuger Alex Bernath hätten an dem Tag eigentlich geheiratet.

Die Sonne taucht die Galopprennbahn Grafenberg in ein angenehmes Licht. Auf der Bühne vor dem Geläuf spielen sich Sophie‘s World Music mit einem spanisch angehauchten Intro warm und stimmen das Publikum auf einen „Heimatsommer“-Abend mit Musik und anschließendem Hollywood-Kino ein.

Zugegeben, „Eat Pray Love“ mit Julia Roberts ist eher ein Mädelsfilm, umso erfreulicher für die Formation um Sängerin Maya Lisa, dass auch ein paar Jungs die Ohren spitzen. Entspannt im Liegestuhl, mit einem Kaltgetränk in der Hand, lässt es sich an diesem heißen Sommerabend gut aushalten. Die Akustik auf der Rennbahn ist trotz Open-Air-Flairs optimal, da der Schall von der Tribüne aufgefangen wird.

Für Sophie‘s World Music ist es ein ganz besonderer Auftritt. „Unser erster nach der Corona-Pause“, klärt Gitarrist Jonas Vogelsang zu Beginn auf. Was die Zuhörer nicht wissen: Frontfrau Maya Lisa und Schlagzeuger Alex Bernath hätten an diesem Tag eigentlich vor dem Traualtar stehen sollen, wäre da nicht das Virus in die Planung gegrätscht.

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Musikalisch bewegt sich die Band zwischen Folk, Reggae, Country und ein wenig World Music mit Einsprengseln aus dem Swing und Jazz. Eine gute Melange, mit einer starken Stimme am Mikro und exzellenten Musikern, die Lust am Ausprobieren haben und sich – wie Gitarrist Jonas Vogelsang – auch nicht scheuen, mal eine Mandoline anzustimmen. Selbst wenn er nach eigenen Worten das Instrument erst vor einem Monat geschenkt bekommen hat und nur ein Stück darauf spielen kann. Die gebürtige Holländerin Maya Lisa greift auch selbst zur Feder und lässt Kollege Jonas dann den Vortritt, um ihren „Funeral Song“ zu interpretieren. Der, anders als es der Titel vermuten lässt, auf Deutsch ins Ohr geht. Sie selbst singt vor allem Englisch und gelegentlich Französisch.

Inspiriert durch Jostein Gaarders Bestseller „Sofies Welt“, eine Reise durch die Geschichte der Philosophie, hat die in Köln beheimatete Band nicht nur ihren Namen gewählt. „Wie im Buch möchten auch wir Geschichten erzählen, die uns alle angehen, die wir aber nicht bewerten wollen“, erklärt Maya Lisa. Die Texte handeln von Klimawandel („Wake up now“), Feminismus („Business Bee“) oder einfach von der Kraft der Liebe in der Musik („Lost in Translation“). Dabei überzeugen die Musiker mit mitreißender Spielfreude als Kontrapunkt zum Inhalt ihrer Songs.

Sophie‘s World Music sollte man sich merken, denn von dieser Band wird sicher noch einiges zu hören sein. Zu riechen übrigens auch, denn Jonas Vogelsang stellt selbst Bio-Seife her. Wenn er das weiter ausbaut, kann sich der Musiker ein zweites Standbein in der Naturkosmetik sichern.

Mit dem Shuttle-Service vom Staufenplatz zur Rennbahn (die RP berichtete) klappt es inzwischen problemlos, und für das Programm am kommenden heißen Wochenende haben die Veranstalter Sonnenschirme und Wasserwannen zur Abkühlung der Füße organisiert.

www.heimatsommer.duesseldorf.de