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Sophia Kennedy gab ein Konzert im Zakk

Sophia Kennedy im Zakk : Dunkles Timbre zu treibendem Basslauf

Die amerikanische Musikerin trat im Biergarten des Zakk auf. Trotz technischer Probleme war das ein schönes, bisweilen intimes Konzert.

„Monsters“ hat Sophia Kennedy ihr im Mai erschienenes zweites Album genannt, das sie nun im Zakk live vorstellte, Corona-konform Open Air im Biergarten.

Der große Auftritt mit Band ist nicht so ihre Sache. Die 32-Jährige stand mit nur einem Kollegen auf der Bühne. Die beiden setzten dafür reichlich Technik ein. Synthesizer sind schon etwas Feines. Man kann eine Menge programmieren und auf unzählige Sounds oder Loops zurückgreifen. Davon machten die beiden viel Gebrauch. Aber Kennedy kann es auch akustisch am Klavier, begleitet allein von einem Bass.

„Es ist schon eine abstrakte Situation“, fand sie beim Blick über das Publikum im Biergarten des Zakk. Denn das saß rechts und links eines breiten Ganges an Tischen, ganz entspannt bei einem Bierchen. Schwierig für die Künstlerin und ihren Mitstreiter auf der Bühne eine Konzertstimmung zu erzeugen, wie sie noch vor Corona völlig normal war. Ausgelassen tanzen? Eher nicht. Sich vor der Bühne wenigstens auf der Stelle zu den zum Teil treibenden Grooves aus den Lautsprechern bewegen? Leider auch nicht möglich. Zumindest Sophia Kennedy gab sich ihrer Musik hin, wippte, warf die zum Bob geschnittenen dunklen Haare wie ein Headbanger nach vorne und hatte sichtlich Spaß. 

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Die in Hamburg lebende Amerikanerin stilistisch einzuordnen, ist nicht so leicht. Ihre Musik changiert zwischen Avantgarde, Synthie-Pop und Samples. Ihre Songs sind mal eingängig, fast schon einlullend in der Kombination aus Klavier und Bassläufen, mal treibend im Rhythmus mit auf- und abschwellender Melodie. Über allem liegt Kennedys warmes dunkles Timbre. Wenn sie deutsch spricht oder singt, tut sie dies akzentfrei.

Auf „Monsters“ behandelt die in Baltimore geborene Musikerin und Produzentin mitunter sehr persönliche Themen. So verarbeitet sie in „I’m looking up“ den Tod ihres Vaters und die Einsamkeit, die sie danach empfand. Für „Animals will come“ sampelte Kennedy Tierlaute und in „Orange Tic Tac“ beleuchtet die Sängerin die digitale Nachrichtenwelt als Jekyll & Hyde-Szenario, bei dem kleine bunten Minzdragees die Rolle der roten Pille aus „Matrix“ übernehmen.    

Die Krux mit der Technik ist es allerdings, dass sie die Stimmung in einem Konzert schnell auf Nullniveau bringen kann, wenn sie nicht das leistet, was die Musiker von ihr erwarten. Kennedys Technikproblem stellte sich erst kurz vor Schluss ihres Auftritts ein. Die Amerikanerin nahm es gelassen, hatte sie doch schon damit gerechnet und es angekündigt. So spielte sie einfach „was eben möglich ist“ und brachte souverän ohne weitere Zwischenfälle ihr Set zu Ende.