Düsseldorf: Sondersitzung im Aufsichtsrat des Schauspielhauses

Düsseldorf : Sondersitzung im Aufsichtsrat des Schauspielhauses

Die gescheiterten Gespräche über eine Nachfolge für den Intendanten des Theaters sollen neu aufgenommen werden.

Nach dem Aus der Findungskommission für einen neuen Intendanten wird sich der Aufsichtsrat des Schauspielhauses kurzfristig zu einer Sondersitzung treffen. Dies kündigte Kulturdezernent Hans-Georg Lohe gestern im Stadtrat an. Oberbürgermeister Dirk Elbers und Kultusministerin Ute Schäfer wollen sich bald beraten, wie der neue künstlerische Leiter des Theaters gefunden werden soll. Lohe geht davon aus, dass der neue Intendant trotz der Probleme bei der Suche zur Spielzeit 2015/2016 starten kann. Der Termin sei aber nicht festgelegt.

Am Montag hatten die vier Theaterexperten um Ruhrtriennale-Leiter Heiner Goebbels ihren Ausstieg aus der elfköpfigen Kommission erklärt, die einen Nachfolger für den zurückgetretenen Intendanten Staffan Holm finden sollte. Sie begründeten ihren Schritt damit, dass Details aus einer vertraulichen Sitzung bekannt geworden waren. "Durch die Indiskretion ist dem Schauspielhaus, aber auch der Stadt Düsseldorf Schaden entstanden", sagte Kulturdezernent Lohe im Stadtrat. "Es wird schwieriger werden, hoch qualifizierte Kandidaten zu gewinnen." Die Verwaltung gehe aber davon aus, dass die Intendanz "qualifiziert besetzt" werden könne.

Wer über die bedeutende Personalie nun entscheiden soll, ist unklar. Stadt und Land sind zu gleichen Teilen Gesellschafter des Schauspielhauses und an der Entscheidung beteiligt. SPD und Grüne kritisierten das Scheitern der Kommission. Sie mutmaßten, dass die Vertreter von Stadt und Land in der Kommission unterschiedliche Ziele verfolgt hätten. Cornelia Mohrs (SPD) forderte, dass in einem transparenten Verfahren eine neue Kommission eingesetzt wird. "Einen weiteren Eklat können wir uns nicht leisten." Clara Deilmann (Grüne) kritisierte, dass der Kulturausschuss bei der Bildung der nun gescheiterten Kommission nicht beteiligt gewesen war. CDU und FDP riefen zur Gelassenheit auf. Schwierigkeiten bei einer Intendantensuche würden immer wieder vorkommen.

(RP/ila)