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Soloabend des israelischen Musikers beim Asphalt-Festival

Konzert auf dem See : Jazzpianist Omer Klein gibt erstmals Solo-Konzert auf Fender-Rhodes-Piano

Auf der Seebühne des Asphalt-Festivals entlockte er dem elektronischen Klavier sphärische Glockenklänger, aber auch manch beweglichen Lauf.

Als Omer Klein in die Tasten greift, klingt das nach Glockenspiel und Vibraphone, nach Orgel, Posaune, E-Bass und Klavier zugleich. Der israelische Jazzpianist hat ein altes Instrument für sich entdeckt: das Fender Rhodes Piano, ein frühes elektronisches Klavier, das in den 1970er Jahren auf den Markt kam, von Jazz-Größen wie Herbie Hancock und Stevie Wonder wegen seines verträumten, warmen, wandelbaren Klangs geliebt wurde und inzwischen auch in der elektronischen Musik eine Renaissance erlebt.

Omer Klein gab auf der Seebühne des Asphalt-Festivals in Düsseldorf sein Debüt solo an diesem Instrument. Und gleich in der ersten Kostprobe, einem eigenen Stück mit dem Titel „Good Hands“, kostete er das melancholisch Sphärische dieses raffinierten Kofferklaviers aus, entlockte ihm aber auch perlende Läufe, die man dem Rhodes gar nicht zugetraut hätte. Auch in getragenen Variationen von Songs etwa der Beatles und von Neil Young setzte er die bekannten Melodien mit Aquarellfarben aufs Papier, um sie dann mit wässrigem Pinsel zu etwas Neuem verschwimmen zu lassen.

Klein hat einige Jahre in Düsseldorf gelebt, unternimmt seine Konzerttouren, meist mit dem Omer Klein Trio, inzwischen von Frankfurt aus, fühlt sich dem Asphalt-Festival aber so verbunden, dass er dort die Uraufführungen seiner Stücke am Rhodes spielte. Etwa das sehr hübsch nach Sonntagmorgen und Räkeligkeit klingende „Quarantine With You“.

Die Zuhörer waren über Kopfhörer zugeschaltet, was auch für den Solisten auf der Bühne ein bemerkenswertes Bild ergab: „Sie sehen so isoliert aus mit diesen Kopfhörern, aber ich spiele direkt in ihre Ohren“, sagte Klein, lächelte, und setzte sich wieder an die Tasten. Dass er sich wohlfühlte beim „seelenvollsten Festival der Welt“, sagte Klein am Ende auch mit Musik: Als Zugabe spielte er unter anderem Louis Armstrongs „What A Wonderful World“.