Düsseldorf: Sieben Musiker bringen die Sahara nach Düsseldorf

Düsseldorf : Sieben Musiker bringen die Sahara nach Düsseldorf

Schließt man für ein paar Sekunden die Augen, ist man versucht, den leichten Windhauch, den die Lüftung des Konzertsaals produziert, für eine angenehme Wüstenbrise zu halten. Das warme Licht der Scheinwerfer wird in diesem Szenario zur Sahara-Sonne. Begleitet wird der Tagtraum von der passenden Musik. Denn von dort, aus der Sahara, kommen die sieben Musiker von Tinariwen.

Vor rund 700 Gästen präsentierte die Band den Klang ihrer Heimat. Ursprünglich gehören die Musiker dem afrikanischen Wüstenvolk der Tuareg an und machen seit 1982 gemeinsam Musik. Seitdem haben sie neun Alben veröffentlicht, erhielten 2012 für ihr Album "Tassili" sogar einen Grammy und haben immer wieder mit namhaften Musikern aus der ganzen Welt zusammengearbeitet, zum Beispiel mit Carlos Santana. Dieser internationale Einfluss macht sich in ihrer Musik bemerkbar. Die Band kombiniert traditionelle Gesänge und Rhythmusinstrumente der Tuareg mit elektrischen Gitarren und Blues-Rhythmen zu einem treibenden Sound. Die Musik hat etwas Hypnotisches und animiert das Publikum zum Tanzen.

Auch wenn die Kommunikation zwischen Band und Zuschauern sich auf wenige französische Worte beschränkt, entsteht im Zakk trotzdem eine starke Verbindung. Gekleidet sind die Musiker traditionell: Sie tragen lange, schillernde Kaftane und die sogenannte Chéche, eine Kopfbedeckung, die einem Turban ähnelt, jedoch bis auf die Augen das komplette Gesicht verdeckt. Ihre Lieder singen sie mit tiefen sonoren Simmen in der Sprache der Tuareg, Tamaschek, und auf Französisch.

Die Musik lebt von wechselnden Rhythmen, angetrieben durch das Klatschen der Bandmitglieder. Das Publikum lässt sich davon dankbar mitreißen. Nach jedem Lied spendet es der Band großen Applaus, getanzt wird bis zum Schluss. Zur Zugabe scheint der Rhythmus der Trommeln vollends in die Körper des Publikums übergegangen zu sein. Selbst als das Saallicht wieder eingeschaltet wird, tanzen viele weiter: zu ihrem eigenen Rhythmus, mit geschlossenen Augen und einem zufriedenen Lächeln.

(RP)
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