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Shida Bazyar las im „Zakk“ aus ihrem neuen Roman „Die Kameradinnen“.

Lesung von Shida Bazyar im „Zakk“ : Eine harte Zeit in Deutschland

Shida Bazyar las im „Zakk“ aus ihrem neuen Roman „Die Kameradinnen“. Es war ein unterhaltsamer Abend – mit witzigen Anekdoten und ernsten Themen.

Es ist ein Sommerabend im Biergarten des „Zakk“, doch weht eine eher kühle Brise. Einige Besucher tragen tatsächlich leichte Übergangsjacken, und auf dem Podium sitzt eine Schriftstellerin, deren neues Werk eine Geschichte erzählt, die vornehmlich vom Übergang handelt.

Der Name der Schriftstellerin ist Shida Bazyar, sie liest aus ihrem zuletzt veröffentlichten Roman „Drei Kameradinnen“. Nach ihrem mehrfach ausgezeichneten Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ ist die 1988 in Hermeskeil geborene Literatin nun wieder auf Tour. Die Veranstaltung findet beim 22. „Literarischen Sommer“ statt und wurde mit dem Literaturbüro NRW organisiert. Moderiert wird das Ganze von Fatima Khan.

Trotz des kühlen Windes könnte das Ambiente nicht schöner sein. Das Abendlicht sorgt für eine natürliche, angenehm heitere Stimmung, die Bierbänke sind nahezu vollständig besetzt, und die kleine Bühne befindet sich vor einer in rotem Licht angeleuchteten Wand, an der Weinblätter ranken.

Die beiden Frauen bilden ein mitreißendes Duo. Zwischen den Lesebeiträgen kommen sie auf erstaunlich lockere und vor allem unterhaltsame Art und Weise auf schwierige und ernste Themen zu sprechen, um die es auch im Buch geht.

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Der Roman handelt von drei Freundinnen, die sich nach einigen Jahren erneut begegnen, um für ein paar Tage in Erinnerungen über ihre gemeinsame Jugend in einem schwierigen Stadtteil in den 90ern zu schwelgen. Zeiten des Übergangs, wie es so schön heißt, folgt man dem „Narrativ“ (Bazyar), dass es zwischen der deutschen Wiedervereinigung und dem 11. September allen gut ging. Es sei vielmehr eine harte Zeit für diejenigen gewesen, die sich in diesen historisch vermeintlich ruhigen Zeiten Diskriminierung, Übergriffen oder rechtem Terror ausgesetzt sahen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge folgt man den Geschehnissen um die drei Kameradinnen, während das Vortragsduo Vergleiche zu seiner eigenen Jugend zieht, über Fragen zum Thema Herkunft nachdenkt oder über Absurditäten wie die 90er-Jahre-Talkshows lacht.

So gelang es dem Duo, das Publikum zu begeistern und zur „dritten Kameradin“ für diesen Abend zu machen.