1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Kultur

Schulprojekt "Da sind sie ja" in Düsseldorf auf den Spuren von Mintrop

Aktionstag für Düsseldorfer Malerschüler : Schüler begeben sich auf die Spuren von Theodor Mintrop

Mintropplatz, Schadow-Arkaden, Scheurenstraße – die Orte sind den meisten Düsseldorfern bekannt, aber wer sind die Menschen dahinter? Diese Frage wollen vier Schulen auf ganz eigene Weise beantworten.

Wer war eigentlich dieser Mintrop, nach dem der Platz in der Innenstadt benannt wurde? „Ein ganz berühmter Maler“, antwortet Nada. Sie muss es wissen, denn gemeinsam mit ihrer Klasse hat sich die Neunjährige in den vergangenen Monaten intensiv mit dessen Leben und Wirken beschäftigt.

Initiiert hat dieses Schul- und Kulturprojekt Inge Sauer. „Da sind sie ja!“ soll den Düsseldorfern ihre Künstler, die zu ihrer Zeit so prägend waren, näherbringen und Bewusstsein für die nach ihnen benannten Straßen und Plätze schaffen. „Wir gehen dafür an die jeweiligen Orte und suchen die Kooperation mit den Schulen in den Stadtteilen“, erklärt Sauer den Ansatz des Projekts. Unterstützt wird sie dabei von Düsseldorfer Künstlern wie Gisela Kappe.

Nada war mit ihrer Jahrgangsstufe der Helmholtzschule noch vor dem Lockdown im Allerheiligsten des Kunstpalastes, um tief in die Welt von Theodor Mintrop einzutauchen. „Das war toll“, schwärmt die Viertklässlerin. Denn im Magazin des Museums lagern viele seiner Werke. Mintrop war einer der wichtigsten Vertreter der Düsseldorfer Malerschule. „Doch wer weiß das heute noch, wenn er am nach ihm benannten Platz auf die Straßenbahn wartet?“, fragte sich nicht nur Sauer.

Gemeinsam mit ihren Unterstützern hat sie sich für die kommenden Monate einiges vorgenommen. Immerhin sind es 30 Künstler, darunter Lessing, Schadow und Scheuren, die sie den Düsseldorfern wieder ins Gedächtnis bringen möchte: „Wir gehen bewusst in die Stadtteile, auch weil wir die Menschen, die dort leben, mit einbeziehen möchten.“

Für den Start von „Da sind sie ja!“ war es die Friedrichstadt. Zugegeben, der Mintropplatz ist nicht gerade einladend, und trotzdem, oder gerade deshalb, geht das Kulturprojekt dorthin. An der Fassade der Verbraucherzentrale prangt ein großformatiges Porträt Mintrops. Im nahegelegenen Café Pur begleitet eine Ausstellung das Projekt. In den Aufenthaltsräumen der Einrichtung für Wohnungslose wird Geschichte lebendig. Wandtafeln erzählen vom Leben Mintrops und zeigen einige seiner Werke. Ergänzt durch die Arbeiten der Schüler, die Bilder gemalt, Skulpturen entworfen und kurze Animationen und Videoclips angefertigt haben. In einer dieser Animationen spielen die Kinder die Idee durch, wie es wäre, wenn Theodor Mintrop in unsere moderne Zeit wiedergeboren würde. Wie ginge er mit den technischen Errungenschaften um? Würde es ihm in Düsseldorf immer noch gefallen?

Die Wohnungslosen sind ebenfalls in „Da sind sie ja!“ involviert. Für die nächsten rund zwölf Monate können sie eigene kreative Ideen beitragen und umsetzen. Unterstützt werden sie dabei von der Ini­tiative „well being“. Am 4. Dezember zeigt das Stadtmuseum, was den Projektteilnehmern zu Theodor Mintrop eingefallen ist.