Düsseldorf: Schauspielhaus schließt für Sanierung

Düsseldorf: Schauspielhaus schließt für Sanierung

Das Gebäude ist in so katastrophalem Zustand, dass es 2016 umfassend saniert werden muss. Die Kosten belaufen sich auf mindestens 14 Millionen Euro. Das Haus muss dann für die Arbeiten schließen - bis zum Start des neuen Intendanten.

Endlich ist mit Wilfried Schulz ein neuer Intendant gefunden - zugleich gibt es schlechte Nachrichten aus dem Schauspielhaus. Das Theatergebäude am Gustaf-Gründgens-Platz ist in so katastrophalem Zustand, dass es umfassend saniert werden muss. Es soll für diese Arbeiten zu Beginn des Jahres 2016 für ein halbes Jahr geschlossen werden. Das Theater muss dann ins Central ausweichen. Die Kosten werden mindestens 14 Millionen Euro betragen. Ein genauer Betrag steht aber noch nicht fest.

Die Hoffnung von Politik und Schauspielführung ist, dass die Sanierung bis zum Antritt des neuen Intendanten zur Spielzeit 2016/17 abgeschlossen ist. "Wir müssen das schaffen", sagt Geschäftsführer Alexander von Maravic. Schulz wurde zugesichert, dass Stadt und Land den Termin unbedingt einhalten wollen. "Wenn wir nicht im Sommer 2016 im Großen Haus anfangen können, ist das ein Drama sondersgleichen", sagt Schulz.

Größter Posten der Arbeiten - denen die Politik noch zustimmen muss - wird die Sanierung der Fassade. Die geschwungene Außenwand des Baus besteht aus Blech, an dem es schwere Korrosionsschäden gibt. Sie stammt noch aus der Bauzeit Ende der 1960er Jahre. Die Kosten für Austausch oder Instandsetzung der denkmalgeschützten Konstruktion werden auf sechs bis sieben Millionen Euro geschätzt.

Insgesamt soll die Sanierung mindestens mit 14 Millionen Euro zu Buche schlagen. Denn die Fassade ist nicht das einzige drängende Problem. Schon im Sommer hatte sich angedeutet, dass es Schwierigkeiten mit der Haustechnik gibt. Damals wurde bekannt, dass es mehrere Rohrbrüche gegeben hatte. Wie Maravic und Interims-Intendant Günther Beelitz dem Aufsichtsrat berichteten, waren sie Folge überalterter Haustechnik, die teilweise noch aus den 1960er Jahren stammt.

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So sind die Gussrohre teilweise so marode, dass sie sich mit der Hand eindrücken lassen. Es gibt Sorgen, dass sie zum Beispiel den Hochdruck eines Löscheinsatzes nicht mehr aushalten würden. Auch Stromleitungen, Heizung und Lüftungstechnik sind überaltert. An einigen Stellen dringt Regenwasser ins Gebäude ein. Damit die Arbeiten 2016 starten können, muss die Politik bereits im Frühjahr zustimmen.

Warum die gravierenden Probleme nicht schon im Zuge der Asbest-Sanierung vor einigen Jahren angegangen wurde, ist unklar. Möglicherweise wollte die Schauspiel-GmbH damals keinen weiteren Schock bei den politisch Verantwortlichen verursachen. Das hat nun die neue Doppelspitze übernommen. Beelitz und Maravic sind ohnehin nur für zwei Jahre des Übergangs angetreten - und sehen es als ihre wichtigste Aufgabe, dem neuen Leiter ein funktionierendes Haus zu hinterlassen.

Dafür nimmt Beelitz in Kauf, dass seine zweite Spielzeit schwierig werden wird. Ihm steht dann als Spielstätte möglicherweise nur das Central zur Verfügung. Für den Sanierungstermin spricht allerdings nicht nur der Blick auf den neuen Intendanten: Zu dieser Zeit soll die Tiefgarage unter dem Gründgens-Platz ausgebaut werden - das Schauspielhaus hat also eine Riesenbaustelle vor dem Eingang.

(RP)
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