Opernehe in Düsseldorf: Rheinoper will bis Juni einen Sparplan vorlegen

Opernehe in Düsseldorf : Rheinoper will bis Juni einen Sparplan vorlegen

Nachdem sich Düsseldorf und Duisburg zur Fortsetzung der "Opernehe" für weitere drei Jahre ab 2014 entschlossen haben, wird in der Rheinoper ein Sparkonzept erarbeitet.

Die Führung um Intendant Christoph Meyer muss in den nächsten Wochen entscheiden, wie das Haus die Sparvorgaben umsetzen kann, die Bedingungen für den neuen Opernvertrag sind.

Das klamme Duisburg wird künftig weniger Zuschuss zahlen: Ab der Spielzeit 2014/2015 wird es pro Spielzeit nur noch 9,5 Millionen und damit eine Million weniger als bisher für die Oper geben, außerdem beteiligt es sich auch künftig nicht mehr an Tarifsteigerungen, weshalb die Oper — obwohl Düsseldorf den Ausfall teilweise ausgleicht — weitere 300.000 Euro pro Spielzeit einsparen oder zusätzlich einnehmen muss. Nachdem der Düsseldorfer Stadtrat dem Vertrag in der vergangenen Woche zugestimmt hat, ist er endgültig beschlossen.

Einige Pläne, wie die Oper ihre Kosten senken will, sind schon bekannt. So soll die Anzahl der Vorstellungen in Duisburg von jetzt 100 auf etwa 70 bis 80 Vorstellungen pro Jahr reduziert werden, während es in Düsseldorf bei der bisherigen Zahl von 180 bleibt. Außerdem wird die Rheinoper verstärkt mit den Häusern in Bonn und Dortmund kooperieren und alle neuen Kinderopern mit diesen koproduzieren. Den Auftakt macht die Uraufführung "Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte" im Februar 2014.

Weitere Sparvorschläge macht das Gutachten der Unternehmensberatung Actori, das derzeit ausgewertet wird. Im Juni soll der Aufsichtsrat über das Sparkonzept beraten — dann ist noch rund ein Jahr Zeit, bis der neue Vertrag mit dem gekürzten Zuschuss in Kraft tritt.

Eine weitere anstehende Entscheidung ist die Neubesetzung der kaufmännischen Leitung: Der derzeitige Geschäftsführende Direktor Jochen Grote genießt hohes Ansehen, geht aber nach der kommenden Spielzeit in den Ruhestand. Nun ist es an den Städten Düsseldorf — das mit rund 25 Millionen Euro im Jahr den Großteil des Etats bereitstellt — und Duisburg, in Absprache mit der Oper einen Nachfolger zu suchen. Der wird keine leichte Aufgabe haben: Er muss das Haus zukunftsfest machen, auch in Hinblick auf weitere schwierige Verhandlungen in den kommenden Jahren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Die Oper darf nicht sterben"

(RP/ila)