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Düsseldorf: René Heinersdorff feiert Geburtstag

Düsseldorf : René Heinersdorff feiert Geburtstag

Der Theaterleiter wird am Sonntag 50 Jahre alt. Er schaut zufrieden zurück: Sein Haus habe Signalwirkung, sagt er.

Groß feiern will er nicht an seinem 50. Geburtstag übermorgen. "Im September 2014 wird mein Theater 20 Jahre alt", sagt René Heinersdorff, "dann wird es ein Riesenfest geben. Das ist mir wichtiger als dieser private Anlass."

Sein neues Jahrzehnt beginnt er mit dem Ensemble von "Omma Superstar". Und bald erfüllt er sich einen Wunsch: "Ein Wochenende in Belgien mit meinen engsten Freunden aus der Internatszeit in Bad Godesberg. Das planen wir schon ewig."

Fragt man den Schauspieler, Regisseur, Autor und Leiter des "Theaters an der Kö" nach seiner Bilanz., winkt er ab. "Es ist für jeden gefährlich, sich eine Grenze zu setzen, an der er sagt, jetzt ziehe ich Bilanz. Für mich gab es immer Türen, die sich überraschend öffneten und mir eine andere Richtung wiesen. Deshalb höre ich nie auf zu glauben, da könnte noch etwas Neues kommen. So wie jetzt die Geburt meiner Tochter Carla. Damit hatte ich in meinem hohen Alter nicht mehr gerechnet." Sie ist nach Oscar (2) das zweite Kind mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Tanja Schleiff. Joel René aus der Ehe mit Janine Burch ist neun. "Kinder geben dem Leben Sinnhaftigkeit", sagt Heinersdorff. "Die Emotionalität, die ich bei ihnen spüre, verselbstständigt sich total. Wenn ich wochenlang weg bin von zu Hause, wird mir meine Verantwortung bewusst. Sie macht mir ein schlechtes Gewissen."

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Erkenntnisse, die ihn ins neue Lebensjahrzehnt begleiten: "Ich lerne immer besser, dazu zu stehen, was mich ausmacht. Und auch zu dem, was ich lassen sollte." Das wäre? "Ich hatte früher die Illusion, mich als Comedian auszuprobieren. Aber ich bin mehr der boulevardeske Geschichtenerzähler. Auch politisch werde ich mich wohl kaum noch engagieren. Und Karnevalsprinz will ich schon gar nicht mehr werden." Was übrigbleibt, reicht bei seinen Talenten ohnehin für mehr als ein Leben. "Ratgeber ermahnen mich, nicht so viel auf einmal und dafür eines richtig zu tun", erzählt er. "Aber gegen diesen Teil meiner Persönlichkeit komme ich nicht an. Mir macht es Spaß, gleichzeitig Regie zu führen, zu spielen und an einem Stück zu arbeiten. Bei dem einen erhole ich mich von dem anderen."

Zehn Komödien hat er geschrieben, die an vielen Theatern aufgeführt werden. Nicht alle sind ihm gelungen, das räumt er ein. "Manchmal fehlte mir in der Endphase die Zeit. Eines habe ich mir vorgenommen — nie wieder werde ich, wie schon geschehen, ein Stück an einer roten Ampel zu Ende schreiben." Glaubt er, in der Theaterlandschaft Düsseldorfs etwas bewirkt zu haben? "Bewirkt ist zu hoch gegriffen. Was ich damals wagte, hielt man nicht für mutig, sondern für dämlich. Aber es hatte Signalwirkung. Eindeutig hat sich nach Gründung meines Hauses etwas in dieser Stadt bewegt. Das Apollo oder das Capitol zogen nach."

Eine heikle Sache bleibt der Spielplan. Es allen Recht zu machen, sei unmöglich. "Bringe ich ein Stück mit Tiefgang, hätten die Leute lieber etwas Lustiges. Kommen zwei Leichtgewichte hintereinander, wird mehr Qualität gefordert." Und wenn eine Premiere mal nicht so glückt und die Fadenscheinigkeit des Stücks erkennbar ist wie jetzt bei "Omma Superstar", versöhnt ihn ein rasanter Vorverkauf. Sein Fazit: "Es gibt kein Rezept für Erfolg." Und so wird René Heinersdorff zufrieden und relativ unbeschwert 50 Jahre alt.

(RP)