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Rat der Künste führt Bedarfsanalyse zum Atelierbestand in Düsseldorf durch

Kunstszene Düsseldorf : Bedarfsanalyse zum Atelierbestand soll Stadt unterstützen

Die Landeshauptstadt will den Atelierbestand in den nächsten fünf Jahren um 50 steigern. Um sie dabei zu unterstützen, hat der Rat der Künste eine Befragung für eine Bedarfsanalyse ins Leben gerufen.

Der Düsseldorfer Atelierbestand ist gefährdet. Immer mehr Raum für Künstler wird umgewandelt und anderweitig genutzt – und das, obwohl jedes Jahr rund 60 junge Künstler die Kunstakademie verlassen und nach geeigneten Räumlichkeiten suchen. Um dem entgegenzuwirken, hat die Landeshauptstadt beschlossen, den Bestand an Atelierwohnungen in Düsseldorf um weitere 50 in den nächsten fünf Jahren zu steigern. Der Rat der Künste möchte die Politik dabei mit einer Bedarfsanalyse unterstützen und hat deswegen vor Kurzem eine anonyme Befragung der Düsseldorfer Kunstschaffenden gestartet.

In 19 Fragen erhebt der Rat darin Daten, beispielsweise ob der Künstler bereits ein Atelier hat oder sich derzeit noch auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten befindet. Aber auch Fragen zum Mietvertrag, zur Nutzung des Ateliers und dessen Beschaffenheit sind in der Befragung aufgelistet. Ist etwa ein Atelier gesucht, das außerdem als Wohnort dienen kann? Wie groß sollten die Räume, wie hoch die Deckenhöhe und wie breit die Arbeitswand sein? Auch auf die bevorzugte Lichtsituation, die Ausstattung des Ateliers und eine mögliche gemeinschaftliche Nutzung geht der Fragenkatalog ein. „Um bei der Schaffung neuen Atelierraums eine Orientierung geben zu können, wurde die Abfrage entwickelt“, sagt Corina Gertz, selbst Künstlerin und Mitglied des Rats der Künste. Die Umfrage soll Anfang April ausgewertet werden.

In Düsseldorf gibt es derzeit mehrere hundert Ateliers, 456 davon werden vom Kulturamt vermietet oder vermittelt, teilt der Rat der Künste mit. Davon befänden sich 83 im Besitz der Stadt und 79 im Eigentum der Städtischen Wohnungsgesellschaft Düsseldorf (SWD). Weitere 204 Ateliers seien im Besitz externer Eigentümer, „bei denen die Belegung durch das Kulturamt erfolgt oder es als Ankermieter fungiert“, sagt Gertz.

Die Finanzierung der Atelierförderung erfolgt aus dem Budget des Kulturamtes, so die Künstlerin weiter. Um sich für ein Atelier zu qualifizieren, muss eine professionelle künstlerische Tätigkeit, der Besitz der Künstlerkarte und die Dringlichkeit des Atelierbedarfs nachgewiesen werden.

Zusätzlich zu der höheren Nachfrage nach günstigem und bezahlbarem Atelierraum, steigen auch die Anforderungen an diesen. So werde der „Eignung des Raums und seiner Zugänglichkeit“ von den Künstlern mittlerweile ein größerer Stellenwert beigemessen, sagt Gertz. Gleichzeitig weisen die wenigen Flächen, die der Immobilienmarkt dem Kulturamt oder den Künstlern anbieten kann, „zumeist einen einfachen baulichen Zustand auf“, so die Künstlerin weiter. „Eine Herrichtung für eine adäquate Nutzung ist mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden.“