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Freizeittipp: Rasante Revue um Ehe und Scheidung

Freizeittipp : Rasante Revue um Ehe und Scheidung

Das Stück "Höchste Zeit" wird derzeit im Capitol-Theater gezeigt. Viele Evergreens mit neuen Texten reißen das Publikum schnell mit.

Regisseurin Gerburg Jahnke ist bekannt als eine Hälfte des ehemaligen Kabarettduos "Missfits" und hat vor vier Jahren einen großen Erfolg im Düsseldorfer Capitol Theater mit der Wechseljahre-Revue "Heiße Zeiten" gefeiert. Sie hatte sich an ein Tabuthema gewagt, sich humorvoll mit den Problemen wie Blasenschwäche und Stimmungsschwanken auseinandergesetzt. Nun sind die vier Hauptdarstellerinnen in einer neuen Inszenierung von Gerburg Jahnke im Capitol Theater zurück. Das Stück "Höchste Zeit - Vier Heldinnen im Hochzeitsrausch" erzählt die Geschichte der vier Freundinnen weiter. Das Stück ist aber eine in sich abgeschlossene Geschichte, die auch bestens verstanden wird, wenn man den ersten Teil nicht gesehen hat.

Alles dreht sich bei den unterschiedlichen Freundinnen um das Thema Ehe. Zwischen Freudentränen und Panikattacken sehen sie sich mit den existenziellen Fragen des Lebens konfrontiert: Gibt es den perfekten Partner? Wie funktioniert eine gute Ehe? Und wieso macht mir der Mann keinen Heiratsantrag? Erzählt wird die Geschichte von einer Businessfrau, die ihre drei Freundinnen - die vornehme Dame, die Hausfrau und die Junge - zu ihrer Hochzeit eingeladen hat, damit diese als Brautjungfern fungieren. Doch es geht einiges schief: Die Braut hat nach einer durchzechten Nacht einen totalen Filmriss. Klar ist ihr nur noch, dass sie einen tollen Abend und ein heißes Stelldichein mit umwerfendem Sex hatte. Da der zukünftige Ehemann zurzeit nicht aufzutreiben ist, kann das wohl nur mit Howard Carpendale gewesen sein, der zufällig die Suite nebenan bewohnt und eine liebevoll gewidmete CD bei der Braut hinterlassen hat. Es folgen viel Aufregung und jede Menge Situationskomik bei den vier Chaos-Ladys, die alle zudem noch eigene Probleme haben. So hat die Vornehme ihren lang ersehnten Scheidungstermin vergessen (Scheidung ist eine vorzeitige Haftentlassung), die Junge möchte auch endlich einen Heiratsantrag von ihrem Langzeitfreund erhalten und träumt von einem Haus mit Kamin und Garten und die Hausfrau sehnt sich in ihrem Eheleben nach Abenteuern. Gut, dass es den sprechenden Spiegel in der mondänen Hochzeitssuite eines Luxushotels gibt, der mehr oder weniger praktikable Ratschläge an "die Schnecken" richtet.

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Entstanden ist eine turbulente, scharfzüngige und rasante Komödie, die vier Frauen und ihre Sorgen und Sehnsüchte, die unterschiedlicher kaum sein könnten, in den Mittelpunkt rückt. Dabei wird oft mit Klischees gespielt, die selbstironisch hinterfragt werden. Meistens ist das sehr komisch, aber es gibt auch viele anrührende Momente, wenn beispielsweise die Vornehme von ihrer Angst vor dem Leben als Singlefrau singt. Begleitet werden die vier herrlich hemmungslos agierenden Hauptdarstellerinnen Susanne Hayo, Ines Martinez, Kira Primke und Sabine Urig von einer vierköpfigen Live-Band unter der Leitung von Jan Christof Scheibe. Geboten werden zahlreiche bösartig-witzig umgetextete Hits der Pop- und Schlagerliteratur. So wird beispielsweise aus "Relight My Fire" das Stück "Tanz die Arthrose" aus "Tainted Love" das Lied "Dumme Nuss" und "Ti Amo" zu der berührenden Liebeserklärung "Ich liebe dich so sehr". Wie es sich für eine ordentliche Komödie gehört, steuert am Ende das singende und tanzende Frauenquartett auf ein Happy End zu und kann am Ende der Vorstellung zusammen mit dem begeisterten Publikum Marianne Rosenbergs Klassiker "Er gehört zu mir" schmettern.

(RP)