Düsseldorf: Rapper Cro singt über die Liebe

Düsseldorf : Rapper Cro singt über die Liebe

Unbekannte haben ihre Telefonnummern auf einen Büstenhalter geschrieben. Cro findet das Stück, nimmt sein Handy, gleich wird es in der Halle klingeln und der Rapper jemanden glücklich machen.

Doch meldet sich nur die Mailbox. Da steht jetzt also dieser unterhemdsärmelige Anfang-20-Jährige, er trägt eine Pandabär-Maske und spricht "Hallo, hier ist Carlo" aufs Band.

So heißt der Rapper mit bürgerlichem Namen, Carlo Waibel, er kommt aus Stuttgart, auf der Bühne aber wird er zum gesichtslosen Cro. Cro macht Musik, die man bei 30 Grad im Schatten hören kann, beschwingt und unbekümmert. Er reimt "Meer" auf "Sorgen fern", seine Keyboard-Samples klingen nach Einspielern aus dem Kinderkanal. Der Panda ist der Kontrapunkt zu Sidos Totenkopf-Maske.

In der ausverkauften Mitsubishi Electric Halle klingt seine Stimme belegt, als hätte er früher auf dem Schulklo geraucht. Cro singt über die Liebe, Frauen nennt er "Baby" und in "Einmal um die Welt" erinnert er seine Anvertraute gar daran, die Zahnbürste einzupacken. Seit "Die da" von den Fantastischen Vier war Rap aus Deutschland nicht mehr so artig.

"Meine Zeit ist jetzt", singen 7200 Mädchen und Jungen im Chor, es riecht nach zu viel Deodorant und Parfum. Cro hat den Soundtrack zum Jugendwort des Jahres geliefert: Yolo. You only live once. Und als ein Mannequin in seinem Video eine bestimmte Wollmütze trug, klagten die einschlägigen Modeläden kurz darauf über Lieferengpässe. "Easy" hieß der Song zum Clip, er machte Cro über Youtube berühmt und beschließt sein anderthalbstündiges Konzert.

Wer Cro bei Google sucht, findet ein Foto, das ihn unmaskiert zeigt, und seine Facebook-Seite. Auf dieser Plattform meldet er sich spät, aber noch am selben Abend: "poooah düsseldorf", steht da, "war das verrückt."

(RP/ila)