Düsseldorf : Quadrat mit Köpfchen

Schmuckkästchen werden beim Grupello-Verlag zu Quizboxen. Zwischen 90 Spielen hat man mittlerweile die Wahl.

Bis zur Decke reichen die Bücherstapel. Die Zimmer sind voll damit, und an den Wänden stehen überfüllte Regale. Der Grupello-Verlag liegt verborgen in einem Wohnhaus in den Räumen einer Erdgeschosswohnung in Düsseldorf-Pempelfort. Neben den Büchern reihen sich bunte Quadrate: kleine Schmuckboxen mit Städtenamen.

Im Verlag werden nicht nur neue Bücher erarbeitet, sondern auch Quizboxen. Zu Städten, Filmen, Wein, Fußballvereinen oder Dichtern - es findet sich für so ziemlich jede Leidenschaft die passende Schachtel. Der ersten Box aus der Quizreihe, "Heine im Quadrat" aus dem Jahre 2005, sind in den vergangenen zwölf Jahren viele weitere gefolgt.

Das Konzept der Quizboxen sei zufällig entstanden, sagt Verlagsinhaber Bruno Kehrein. "Es kam eine junge Autorin zu uns. Sie wollte Gedichte veröffentlichen. Nur wenige Zeilen lang." Beim Telefonat habe sich die Frau "nicht abwimmeln lassen und fing an, Gedichte am Telefon vorzulesen". Mit einem selbstgebastelten Kästchen und den aufgeschriebenen Gedichten war die Idee geboren: "Wir fanden einen Hersteller, der mit den Boxen eigentlich nur Juweliere beliefert. Und die Verpackung stellte sich als richtiger Verkaufsschlager heraus."

Gewöhnlich sei der Arbeitsablauf eigentlich umgekehrt, sagt Kehrein. Seit knapp 30 Jahren ist er im Geschäft, und in der Regel entstehe zuerst der Inhalt, bevor die Arbeit an der Verpackung beginnt. "In diesem Fall war es umgekehrt: Mit der Verpackung kam die Idee fürs Produkt."

Es mussten jedoch Themen her, die nicht nur Düsseldorfer interessierten. Kehrein suchte nach Autoren, die Quizfragen zu anderen Städten recherchierten. Und auch regional oder lokal ungebundene Themen, wie beispielsweise für ein Komponisten-Quiz, fanden ihren Weg ins Repertoire der blauen, roten und schwarzen Boxen. Ein guter Autor sei jedoch das A und O bei der Arbeit an dem Spiel, betont Lektorin Ute Nausch: "Er kann vom Thema null Ahnung haben - das macht nichts, die Fakten kann man recherchieren. Aber der Autor muss richtig gut schreiben können", sagt sie. Die Kärtchen sind klein, die Zeilen begrenzt, trotzdem sollen die Fragen klar formuliert sein - möglichst auch mit Humor.

Die Fragen dürfen auch nicht zu einfach sein, sagt Nausch: "Es muss auch jemanden interessieren, der viel Ahnung vom Thema hat." Doch auch Spieler, für die der Inhalt neu ist, sollen das Interesse behalten. Im Ruhrgebiets-Quiz beispielsweise reicht die Spanne der Fragen vom Geburtsort von Atze Schröder bis hin zu dem ersten Kohleschacht und der Wiege des Bergbaus.

Auch in den Städteboxen geht es meist um Meilensteine der Stadtgeschichte, bedeutende Personen, aber auch Insider-Wissen zu besonderen Orten und Sehenswürdigkeiten im Stadtgebiet. Auch wenn der dicke Stapel mit den knapp 100 Fragen zeitintensiv wirken mag - etwa 90 Minuten reichen, um mit drei Spielern die Box durchzuspielen.

Der Verkaufsschlager sind beide Quizboxen zu Hamburg. Auch die Box zu Köln war schnell vergriffen, zumindest von den Einwohnern. "Als wir den Redaktionen in Köln Boxen zuschickten, kam keine einzige Rezension", sagt Kehrein und lacht. "Wahrscheinlich, weil die gesehen haben, dass wir aus Düsseldorf kommen." Trotzdem habe sich auch die nächste Auflage gut verkauft.

Insgesamt 90 Boxen sind derzeit erhältlich oder können vorbestellt werden. Dazu gehört auch das aktuell entstehende Hanse-Quiz. Der Verlag möchte damit zum ersten Mal nicht nur deutschsprachige Kundschaft ansprechen.

(juz)